"Lange ist der Trainer meines Lebens"
Flori Lang ist einer der besten Schwimmer der Schweiz - und trainiert in Graz. Der junge Schwimmer hält viel von dem Deutschen Dirk Lange, der sich als Cheftrainer für das steirische Schwimm-Landesleistungszentrum beworben hat, in Graz aber unerwünscht scheint.

Foto © KKFlori Lang schwärmt von Trainer Dirk Lange
Flori Lang ist Schwimmer. Einer der besten aus der Schweiz, auch wenn er die Olympia-Qualifikation diesmal um eine Hundertstelsekunde verpasst hat. Seit einem Jahr trainiert er in Österreich, in Graz. Erfolgreich: Bei der Flossen-EM in Lignano schwamm er am Donnerstag in 18,75 Sekunden neuen Weltrekord über 50 Meter. Und doch ist er aufgeregt - weil man in Graz drauf und dran ist, die Chance zu vertun, den Weltklassetrainer Dirk Lange zu engagieren.
Sie sind der Meinung, dass man in Graz einen Fehler macht, wenn man Dirk Lange nicht verpflichtet?
FLORI LANG: Ja. Diese Chance muss man nützen, wenn er sich anbietet.
Aber, so wurde uns gesagt, sein Ruf ist nicht der beste...
LANG: Ich habe ein Jahr mit ihm trainiert in Südafrika. Ich habe ihn Tag und Nacht erlebt. Und ich kann sagen: Er ist der Trainer meines Lebens. Mit Ingrid Flöck, die Graz leider verlässt.
Wie ist es denn zur Zusammenarbeit gekommen?
LANG: Er hat mich einst zu einer "Clinic", einem Probetraining, in der Schweiz eingeladen. Nach vier Tagen mit ihm bin ich neue Bestzeit geschwommen. Dann habe ich mit ihm trainiert - normal braucht man zwei Jahre für eine Umstellung. Ich habe nach sechs Monaten meine erste Medaille gewonnen.
Wie arbeitet er denn?
LANG: Er ist ein Trainer, der - unüblicherweise - unglaublich organisiert ist. Er funktioniert wie ein Privatunternehmen. Es werden Ziele festgelegt, eine Strategie erarbeitet, wie man diese Ziele erreicht, und dann wird gearbeitet. Knallhart. Man ist eigenverantwortlich, aber Dinge wie Pünktlichkeit sind wichtig. Man muss tun, was er verlangt.
Das klingt kalt und streng.
LANG: Überhaupt nicht! Alles passiert immer in Absprache mit dem eigenen Befinden. Und das ist Punkt zwei: Er ist unglaublich einfühlsam. Er denkt zwar wie ein Hardliner, ist ein Sturkopf, aber man müsste ihm gar nicht sagen, wie es einem geht. Er hat so ein sensibles Auge, dass er sich reinfühlen kann. Er bastelt für jeden eine maßgeschneiderte Struktur.
Was noch?
LANG: Er ist in allen Bereichen gut ausgebildet, auch was das Krafttraining angeht. Und: Er lässt sich reinreden, kritisiert aber selbst auch offen.
Aber man sagt, dass nicht gut mit der Jugend arbeitet.
LANG: Wer in der Jugend nicht lernt, was Professionalität ist, lernt es nie! Einige Schwimmer in Graz sind knapp an der Schwelle, die werden bald ins Haifischbecken Eliteklasse geworfen. Im Moment genießen sie noch die Protektion des Jugendschutzes, aber dann kommt offenes Feuer. Ich verstehe nicht, wozu man in Graz einen Jugendtrainer will. Es braucht einen Coach, der die Jugend auf die Elite vorbereitet.













