Uschi Halbreiner: Keine Zeit für die Truthähne
Neuer OSV-Rekord von Uschi Halbreiner bei der EM in Debrecen. Die USC-Athletin liebäugelt noch mit Olympia.

Foto © GEPAUschi Halbreiner
Gibt man bei der allwissenden Suchmaschine "Google" den Begriff "Debrecen" ein, so erfährt man, dass die 208.000-Einwohner-Stadt im Osten Ungarns liegt und sich mit seinem Blumenkarneval und den Truthahntagen (ein mehrtägiges Straßenfest zu Ehren des in Debrecen mit Vorliebe gezüchteten Federtiers) über die Grenzen hinaus einen Namen gemacht hat. Auch das städtische Wahrzeichen, die "Reformierte Kirche", sollte man gesehen haben - wenn man die Zeit dafür hat.
Uschi Halbreiner hat sie nicht. Die Schwimmerin des USC Graz ist eine von 20 OSV-Athleten, die diese Woche bei der Langbahn-Europameisterschaft in Debrecen um Medaillen und Olympia-Limits kämpfen. "Das Programm ist dicht gedrängt, für Sightseeing ist da leider kein Platz. Ich nutze die Ruhe zur Erholung. Ich lese am Zimmer, skype mit meinen Eltern oder schau' Fernsehen", erzählt das Neujahrskind (geboren am 1. Jänner 1991). Doch die meiste Zeit verbringt die Wolfsbergerin natürlich im Wasser - und das mit Erfolg.
Sechs Hundertstel
Denn gleich am ersten EM-Wettkampftag schlug die Kärntnerin im Vorlauf über die 200 m Rücken mit neuem österreichischen Rekord an (2:14,40) und unterbot die alte Bestmarke der Steirerin Jördis Steinegger aus dem Jahr 2009 um sechs Hundertstel. Im Halbfinale kam Halbreiner allerdings nur noch auf 2:17,77 und belegte den 16. Endrang. "Die EM gleich mit einem Rekord und einer Halbfinal-Teilnahme zu beginnen, war natürlich toll. Das Rennen am Nachmittag bin ich leider zu eckig geschwommen", analysiert die 21-Jährige.
Auf das Olympia-Limit für London fehlen der Österreicherin damit nach wie vor rund 3,5 Sekunden, aber: "Ich werde die nächsten zwei Wochen in Barcelona und Graz versuchen, meine Zeit noch um einiges zu verbessern. Und vielleicht komme ich ja über einen Quotenplatz zu den Spielen", hofft Halbreiner, die in Debrecen noch über die 50- und 100 m Rücken sowie möglicherweise in der 100 m Lagen-Staffel an den Start geht.
Was tat sich sonst noch? Neben Halbreiner schafften auch noch der Grazer Martin Spitzer (14. Rang über die 50 m Delfin in 24,04; Finaleinzug um 27 Hundertstel verpasst) sowie der für Wolfsberg schwimmende Hunor Mate (16. über 100 m Brust in 1:02,95) den Halbfinal-Einzug.













