Mental-Coach macht Rogan fit
Schwimm-Ass Markus Rogan überlässt in seiner Vorbereitung auf die Schwimm-WM Ende Juli in Shanghai und langfristig auf Olympia 2012 nichts dem Zufall. Er will sich mit Michael Phelps und Ryan Lochte messen.

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Drei Hauptänderungen hat der seit Mittwoch 29-Jährige seit Jahresbeginn in sein Trainingsprogramm genommen, wobei die Kooperation mit einem Mental-Coach die auffälligste ist. Diese Arbeit soll das OSV-Ass für das WM-Duell mit den US-Stars Michael Phelps und Ryan Lochte geistig stärken.
Denn diese Namen ringen selbst dem 32-fachen Medaillengewinner einiges an Respekt ab. Dass darunter im Becken seine Leistung nicht leidet, er nicht gehemmt auftritt, gilt es zu verhindern. "Ich habe einmal die Woche eine Sitzung mit meinem Mental-Coach, bin auch sonst mit ihm in Kontakt. Die Zusammenarbeit ist einmal bis zur WM geplant", erklärte Rogan der APA - Austria Presse Agentur während seines am (heutigen) Donnerstag zu Ende gegangenen, fünftägigen Wien-Aufenthalts.
Das es ist wichtig ist, in der Mentalarbeit das richtige Mittelmaß zu finden, hat der Auftritt des Wieners vor knapp vier Wochen beim US-Grand-Prix von Michigan gezeigt, als er sich im Lagen-Duell u.a. mit Phelps zu sehr ausgeklinkt hat und nur Vierter wurde. Nächste Woche ab Donnerstag beim Grand Prix in Charlotte soll es besser laufen, der Vize-Weltmeister wird da über 200 m Lagen, 200 m Kraul und 100 m Rücken antreten.
Steigerung
Sein Trainingspensum hat Rogan nach den Kurzbahn-Weltmeisterschaften im Dezember in Dubai noch einmal erheblich gesteigert. "Ich hatte am Samstag (Anm.: 30. April) meinen ersten trainingsfreien Tag seit 12. Jänner", erklärte der Hakoah-Athlet, während ihn die APA an seinem Geburtstag einige Stunden lang durch sein dicht gedrängtes Programm begleitete. "Jetzt weiß ich, dass alles davor nur die Vorbereitung war, damit ich das jetzt durchstehe." Montag bis Freitag trainiert er zweimal täglich, Samstag und Sonntag je einmal.
Bei im Schnitt dreistündigen Einheiten kommt er auf ein Wochen-Pensum von 36 Stunden höchster Qualität, denn die Intensität der Sessions hat sich nicht geändert. In dieser Trainingszeit inkludiert ist die Arbeit in der Kraftkammer, das hat er als dritte Komponente verstärkt. Das alles in Summe soll Rogan in Shanghai zu einer Medaille über 200 m Lagen hieven, wobei er neben Phelps und Lochte auch stark mit dem Brasilianer Thiago Pereira rechnet. Wahrscheinlich ist auch Rogans WM-Antreten über 200 m Kraul. "Ich wäre auch bei jeder Staffel dabei."
Erholung danach
Bis zwei Wochen vor dem für 24. Juli angesetzten WM-Beginn möchte Rogan sein umfangreiches Programm durchziehen, im Finish aber schon auch bereits etwas lockerer lassen. Doch in die ausgedehnte Erholungsphase soll es erst danach gehen. Die Zustimmung des Österreichischen Schwimm-Verbandes (OSV) vorausgesetzt, wird der Europarekordler direkt von seinem Trainingsort Los Angeles zur Shanghai-WM reisen.
Das nächste Mal wird Rogan erst wieder zu den Staatsmeisterschaften vom 4. bis 7. August in Linz nach Österreich kommen, ehe er einen dreiwöchigen Äthiopien-Trip antreten wird. Da wird er in seiner Unterstützung für das "tesfaye"-Projekt bzw. der Bildung bedürftiger Kinder selbst als Lehrer auftreten. "Ich werde die Kinder in Mathematik, Englisch und vielleicht auch Deutsch unterrichten", ließ er wissen.
Sein pädagogisches Potenzial lotete Rogan am Mittwoch in einer Stunde vor einer Wiener Volksschulklasse mit dem Thema "Ernährung" aus. Als Dankeschön erhielt das Geburtstagskind Torten und von den Kindern selbst gepflanzte Blumen, natürlich wechselten zahlreiche Autogrammkarten ihren Besitzer. Kernpunkt von Rogans Wien-Aufenthalt waren allerdings zwei Benefiz-Veranstaltungen zugunsten von "tesfaye" und dem Partner-Projekt "Zuki".
Dabei ließ der zweifache Olympia-Zweite von Athen 2004 seine beiden Medaillen von der Dubai-WM versteigern. Bronze über 200 m Rücken ging um 8.500 Euro an seinen Sponsor Gerhard Ströck, Silber über 200 m Lagen sicherte sich für 15.000 Euro Superfund-Chef Christian Baha. Allein am ersten der beiden Abende kamen 65.000 Euro zusammen, was nun mehr äthiopischen und indischen Kindern den Zugang zu Bildung ermöglichen sollte.













