Staatsanwalt: Ricco spritze sich fehlerhaft gelagertes Blut
Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Modena hat sich Radprofi Riccardo Ricco durch eine Bluttransfusion Anfang des Jahres selbst in Lebensgefahr gebracht.

Foto © APARiccardo Ricco
Laut "Gazzetta dello Sport" sei das Abschlussergebnis von Staatsanwalt Pasquale Mazzei eindeutig. Der 27-jährige Kletterspezialist habe sich demnach selbst fehlerhaft gelagertes Blut injiziert, was zu einer schweren Infektion führte.
Ursachenforschung
Der Sieger der Österreich-Rundfahrt 2010 war Anfang Februar in kritischem Zustand in ein Krankenhaus gebracht worden. Dort hatte er nach Aussage eines Arztes zunächst selbst auf die Eigentransfusion hingewiesen, diese aber später abgestritten. Die Aussagen von drei Ärzten und fünf Pflegekräften bestätigten Riccos später widerrufenes Geständnis. Auch drei Gutachter kamen zu dem Ergebnis, dass die Erkrankung durch eine nicht fachgerechte Bluttransfusion verursacht wurde. Ein Experte wies darauf hin, dass Ricco bei der Transfusion einen Helfer gehabt haben muss.
Auf Ricco wartet nun in Italien ein Zivilverfahren wegen des Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz sowie ein Prozess vor dem Sportgericht. Dort droht ihm als Wiederholungstäter eine lebenslange Sperre. Ricco war bei der Tour de France 2008 positiv auf das Blutdopingpräparat CERA getestet und im Anschluss 20 Monate gesperrt worden. Sein Rennstall Vacansoleil hatte ihn nach dem Vorfall im Frühjahr entlassen.













