Schwab gegen die "ewige" Sperre
Österreichs oberster Dopingjäger NADA-Chef Andy Schwab spricht sich gegen eine lebenslange Sperre für Dopingsünder und Ausnahmegenehmigungen von Medikamenten für Sportler aus.

Foto © APANADA-Chef Andy Schwab
Eine lebenslange Sperre für Sportler, die zwei- oder mehrmals des Dopings überführt worden sind, ist nicht mehr zeitgemäß. Selbst ein Mörder kommt nach 20 Jahren aus dem Gefängnis", mit dieser Einstellung ließ NADA-Chef Andy Schwab bei einer Doping-Diskussion mit den Mitgliedern des Sportpresseklubs Kärnten in Klagenfurt aufhorchen.
Für den bekennenden Kärnten-Liebhaber ist es auch "nicht richtig, dass die Dopingsünder nie mehr in ihrem Leben an einem sportlichen Wettkampf teilnehmen dürfen. Eine lebenslange Sperre soll es nur für Trainer geben". Schwab warnte aber alle Fachverbände: "Wenn ein Aktiver des Dopings überführt wird, verliert der Verband alle öffentlichen Subventionen." Scharf ins Gericht ging der Steirer mit den Ausnahmegenehmigungen von Medikamenten für Leistungssportler: "Für mich ist das ganz klar legales Doping! Wenn eine Frau oder ein Mann bei einer Pulsfrequenz von 170, 180 Asthmaanfälle bekommt, hat sie/er im Spitzensport nichts verloren."
Obwohl quer durch Österreich 40 Doping-Kontrolleure unterwegs sind, die NADA 1800 Kontrollen jährlich durchführt - 150 davon als Blutabnahmen - muss der 58-Jährige zugeben: "Wir sind nicht auf Augenhöhe mit den Sündern. Ich glaube, viele Sportler wissen genau, was sie wann einnehmen dürfen. Noch sind wir Dopingjäger mit unseren Verfahren nicht so weit, dass wir alles genau feststellen können. So ist es fast unmöglich, Eigenblut-Doping nachzuweisen."
Als Beispiel nannte er Bernie Kohl: "Sein Manager Stefan Matschiner sagte mir, Kohl wäre nie erwischt worden, wenn er nicht zusätzlich bei Hempel Mittel gekauft hätte. Bernie hatte einen genauen Dopingplan, wann er was nehmen darf..."
Features
Fakten zur Person
- Andreas "Andy" Schwab geboren 16. November 1952 in Schladming
- Wohnorte: Schladming, Wien
- Familie: verheiratet mit Angela, Söhne Matthias und Johannes
- Sportliche Laufbahn: 4. Olympia-Zweierbob 1976 in Innsbruck, 6. Olympia-Viererbob 1976 in Innsbruck
- Berufliche Laufbahn: Sporthilfe-Geschäftsführer, ÖGV-Sportdirektor, NADA-Chef.













