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Zuletzt aktualisiert: 26.08.2010 um 13:41 UhrKommentare

Doping-Vorwürfe gegen Frankreichs-WM von 1998

Der französische Fußball stolpert von einem Skandal in den nächsten. Nach WM-Blamage und Rotlicht-Affäre stehen nun die Helden des WM-Teams von 1998 am Doping-Pranger.

Foto © Reuters

In einem am Donnerstag erschienenen Buch greift der frühere Arzt der "Equipe Tricolore", Jean-Pierre Paclet, einen schon kurz nach dem Titelgewinn vor zwölf Jahren publik gewordenen Doping-Verdacht gegen Zinedine Zidane & Co. neuerlich auf. Spieler und Betreuer dementieren die Vorwürfe vehement.

Paclet, 1998 Assistent von Chefarzt Jean-Marcel Ferret, erinnerte in seinem Werk an "Auffälligkeiten bei Blutproben" vor der WM 1998. Bei einigen damaligen "Bleus"-Profis sollen höhere Hämatokritwerte festgestellt worden sein, die auf Einnahme des im Spitzensport verbotenen Blutdopingmittels Erythropoietin (EPO) deuten könnten. "Ich sage, was alle wissen. Ich erfinde nichts. Wenn man einen höheren Hämatokritwert hat, ist das kein Beweis dafür, dass man EPO eingenommen hat. Da es keine Beweise gab, haben wir nicht weiter damit genervt", so Paclet im Interview mit der Zeitung "Le Parisien". WM-Verteidiger Macel Desailly ging sofort zum Gegenangriff über. "Der Mann ist überhaupt nicht glaubwürdig, er macht sich lächerlich", erklärte der frühere Nationalspieler dem Rundfunksender "Europe 1" empört. Paclet wolle einfach mehr Bücher verkaufen, so der 41-Jährige.

Doping-Vorwürfe seien ein Lügenmärchen

Auch der neue Nationaltrainer Laurent Blanc, Libero im 98er Team, ließ sich durch das Buch "L'Implosion" (die Implosion) nicht aus der Ruhe bringen. "Da wird kalter Kaffee wieder aufgewärmt. Ich kenne diesen Herrn nicht einmal", sagte er dem Radiosender "France Inter". Die Doping-Vorwürfe seien ein Lügenmärchen. Der 44 Jahre alte Coach wird von anderen Sorgen geplagt: Beim Start der EM-Qualifikation Anfang September muss er auf fünf gesperrte WM-Sünder um FC-Bayern-Star Franck Ribey und Kapitän Patrice Evra von Manchester United verzichten. Auch Medien wie das Sportportal "Sport.fr" relativierten die Buch-Aussagen: "Das ist nichts wirklich Neues.

Der damalige Chefmediziner Ferret stellte fest: "Wir haben damals (bei Blutproben) nichts gefunden. Es gab in zwei Fällen leichte Hämatokrit-Anomalitäten, aber das war auf Ermüdungserscheinungen der betroffenen Spieler zurückzuführen. Ich habe ein ruhiges Gewissen". Dass er seinerzeit wegen der Euphorie um den Titelgewinn geschwiegen habe, wie Paclet behauptet, bestreitet Ferret vehement: "Paclet soll bei sich selbst suchen. Vor der EM 2008 hat er eine Herzanomalie bei (dem Spieler Lilian) Thuram übersehen. Wer eine Lektion erteilen will, sollte unangreifbar sein."


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