NADA führt Blutpass 2010 ein - Indirekter Nachweis möglich
Nach den Anfang Dezember von der Welt-Anti-Doping Agentur (WADA) vorgestellten Leitlinien soll durch die Erstellung von Blutprofilen der indirekte Nachweis von Dopingvergehen ermöglicht werden.

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Österreichs Anti-Doping Agentur (NADA) führt im kommenden Jahr den Athleten-Blutpass ein. Laut NADA-Chef Andreas Schwab wird in den ersten Monaten des Jahres damit begonnen, etwaigen Manipulationen österreichischer Spitzenathleten durch die Überwachung von Blutwerten auf die Schliche zu kommen.
Blutmanipulation
Aufgrund der begrenzten Budgetmittel der NADA werden 2010 noch nicht alle infrage kommenden Spitzenathleten aus für Blutmanipulation anfälligen (Ausdauer)-Sportarten in das Blutpass-Programm aufgenommen. "Wir können leider noch nicht im großen Stil damit beginnen, aber wenn wir die erhoffte Budgeterhöhung für 2011 bekommen, dann werden wir alle gewünschten Blutprofile anlegen. Mit dem Start im Jahr 2010 sind wir in Europa aber ohnehin gut unterwegs, auch die Schweiz, die deutlich mehr Budget hat, beginnt mit Jahresanfang", sagte Schwab am Freitag im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.
Auf die Anzahl der heimischen Sportler, von denen in regelmäßigen Abständen neun relevante Blutparameter erhoben und durch Experten des WADA-akkreditierten Analyselabors in Seibersdorf interpretiert werden sollen, wollte sich Schwab noch nicht festlegen. Es werden in der Anfangsphase weniger als zehn Prozent des "Registered Testpools", der derzeit rund 350 österreichische Athleten umfasst, sein. Damit dürfte die Zahl der "Blutpass"-Sportler vorerst um die 30 liegen. Auch der vorgesehene Zeitintervall ist noch nicht festgelegt, die NADA wünscht sich für alle beteiligten Sportler monatliche Kontrollen, um möglichst aussagekräftige Profile zu erhalten. Laut Schwab sehen Experten Kontrollen im Abstand von zwei Monaten als ausreichend an.
Im Fall von auffälligen Werten werden nach den WADA-Vorgaben unabhängige Experten vor Einleitung eines Verfahrens gegen einen Athleten darüber befinden, ob die Testresultate als Anzeichen für ein Doping-Vergehen zu werten sind. Der indirekte Nachweis von Dopingvergehen durch Indizien ist erst durch den Fall der deutschen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein möglich geworden. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat die zweijährige Sperre des Weltverbande ISU gegen Pechstein wegen auffälliger Blutwerte kürzlich bestätigt.
Der Ausgang des Verfahrens war für Folgefälle in anderen Sportarten wegweisend. Gian Franco Kasper, Präsident des Internationalen Ski-Verband (FIS), hatte kürzlich gemeint, dass im Falle der Bestätigung durch den CAS, "viele Verbände mit einer langen Liste" an verdächtigen Athleten ankommen dürften.
Der von Dopingfällen massiv betroffene Radsport führt seit 2008 ein eigenes Blutpassprogramm. Im heurigen Jahr hat der Weltverband UCI aufgrund von gezielten Kontrollen nach verdächtigen Blutprofil-Werten acht Radprofis des Dopings überführt.













