Radprofi Pfannberger lebenslang gesperrt
Die Nationale Anti-Doping-Agentur NADA hat Christian Pfannberger als Doping-Wiederholungstäter lebenslang gesperrt. Der 30-Jährige wurde positiv auf EPO getestet.

Foto © APASein zweites Doping-Vergehen war eines zu viel
Der österreichische Radprofi Christian Pfannberger ist von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) am Freitag als Doping-Wiederholungstäter zu einer lebenslänglichen Sperre verurteilt worden. Der 30-jährige Steirer war heuer zum zweiten Mal in seiner Karriere positiv getestet worden. Nach Testosteron im Jahr 2004, war es im März EPO, das dem dreimaligen Staatsmeister und WM-Achten von 2008 nachgewiesen wurde.
Der in Mödling lebende gebürtige Steirer hat Doping stets bestritten und behält sich nach Angaben des Österreichischen Radsport-Verbandes, der den Schuldspruch mit einer kurzen Mitteilung am Samstag auf seiner Homepage bekanntgab, eine Berufung gegen das Urteil der NADA-Rechtskommission vor.
Kein unerwartetes Urteil
Pfannberger selbst und die NADA waren zu dem Schuldspruch von der APA vorläufig nicht erreichbar. Üblicherweise informiert die NADA und nicht die Verbände über Urteile in Dopingfällen. "Es ist das, was wir erwartet haben, nachdem er zwei Mal erwischt wurde. Wir sind einer der Verbände, die den Kampf gegen Doping mit voller Kraft führen und mit dem Resultat deshalb zufrieden sind", kommentierte ÖRV-Vorstandsmitglied Herbert Kocher den Schuldspruch. Die verhängte Sanktion auf Lebenszeit ist die Höchststrafe für Dopingsünder, das Reglement sieht für Wiederholungstäter Sperren von acht Jahren bis lebenslang vor.
Wie das durch Doping mitermöglichte Bravourstück von Bernhard Kohl bei der Tour de France 2008, stehen nun auch die Weltklasseleistungen von Pfannberger per erfolgtem Urteil im Verdacht, mit Hilfe unerlaubter Mittel zustande gekommen zu sein. Pfannberger war nach Abbüßen seiner ersten Sperre von 2004 bis 2006 zum mit Abstand erfolgreichsten österreichischen Profi bei Eintagesrennen avanciert. Im Vorjahr und auch noch zu Beginn der heurigen Saison hatte er mit Spitzenplätzen bei hochkarätigen Eintagesrennen aufhorchen lassen.
Spitzenresultate bei den Frühjahrsklassikern Lüttich-Bastogne-Lüttich (5.) und Amstel Gold Race (6.) sowie Rang acht im WM-Rennen im Vorjahr hatten im durch zahlreiche Dopingskandale gebeutelten Radsport angebrachte Skepsis hervorgerufen. Diese bestätigte sich nach dem neuerlichen positiven Dopingtest von Pfannberger bei einer Trainingskontrolle Mitte März.
Bereits Pfannbergers Rückkehr in den Rennzirkus im Jahr 2006, als er zwei Wochen nach Ablauf seiner ersten Sperre, bei der
Österreich-Rundfahrt mit einem Husarenritt auf das Kitzbüheler Horn ins Gelbe Trikot gefahren war, hatte für Staunen gesorgt. Die Ö-Tour beendete er schließlich als Gesamtdritter. Eine Woche vor der Rundfahrt hatte er sich erstmals den Berg-Staatsmeistertitel gesichert. Im Straßenrennen war der ehemalige Elk Haus-Profi 2007 und 2008 Staatsmeister.
Pfannberger war nach seiner erfolgreichen vergangenen Saison für den britischen-südafrikanischen Barloworld-Rennstall zum Team Katjuscha gewechselt. Der russische ProTour-Rennstall suspendierte Pfannberger nach Bekanntwerden der positiven Probe im Mai. Mit Platz neun im Amstel Gold Race und Top-Fünf-Platzierungen bei Etappenrennen in Italien fuhr er nach Abgabe der positiven Probe und vor deren Bekanntwerden auch noch heuer zu Spitzenergebnissen.
"Da ich definitiv nichts Verbotenes zu mir genommen habe, werde ich alle mir zur Verfügung stehenden rechtlichen Mittel in Anspruch nehmen, um dies zu beweisen", hatte Pfannberger damals verlautbart. Dazu steht ihm der Gang vor die Unabhängige Schiedskommission und danach die Einschaltung des Internationalen Sport-Gerichtshofes CAS in Lausanne offen.













