Häufigste Assoziation zu Spitzensport ist Doping
Die Dopingskandale der jüngsten Vergangenheit haben in den Köpfen der Österreicher offenbar deutliche Spuren hinterlassen. Das ergab eine Umfrage der österreichischen Sporthilfe.

Foto © APA
Laut einer am Dienstag präsentierten Umfrage des Marktforschungs-Institutes Marketagent.com im Auftrag der Österreichische Sporthilfe war die häufigste Antwort auf die Frage, was man spontan mit österreichischen Spitzensportlern verbinde, Doping. Erst danach wurden positive Assoziationen wie Erfolge, Leistung und heimische Sportgrößen wie Hermann Maier und Markus Rogan am öftesten genannt.
Das Bild des Sports im allgemeinen ist hingegen wenig überraschend, ein durchwegs Positives. Hier fielen den 500 für die Bevölkerung von 14 bis 59 Jahre repräsentativen Befragten zuerst die Begriffe Bewegung, Gesundheit, Fitness, Spaß und Freude ein. Doping reihte sich hier weit hinten an 20. Stelle ein. Sport verbessere das Wohlbefinden, man fühlt sich frisch und gesund - diese Aussagen bestätigte eine überwiegende Mehrheit. Drei Viertel sind der Meinung, dass Spitzensportler zum positiven Ansehen Österreichs beitragen. Über 70 Prozent sehen die Sportler als Vorbild für die Jugend.
"Leistung.Fairplay.Miteinander"
Die Sporthilfe, die 400 österreichische Athleten fördert, kämpft mit ihrer im Mai vorgestellten Wertekampagne "Leistung.Fairplay.Miteinander" für den guten Ruf des Sports. Laut Sporthilfe-Geschäftsführer Anton Schutti habe seine Organisation zur rechten Zeit die Offensive ergriffen. "Der Spitzensport hat ein Imageproblem mit Doping", sagte Schutti am Dienstag bei der Präsentation der Studie in Wien. Das Teilergebnis der Befragung sei "der erschütternde Beweis, dass einige schwarze Schafe das Thema Spitzensport negativ besetzen".
Der Tatsache, dass Spitzensport von der Mehrheit zuallererst mit Doping assoziiert wird, gelte es konsequent entgegenzutreten, betonte Marathonläuferin Andrea Mayr. "Das ist eine Sache, die mich sehr trifft, aber gleichzeitig auch nicht verwundert. Es gibt viele Leute, die finden, dass es nicht ohne geht und es ihnen quasi egal ist, ob gedopt wird. Das kann man nicht hinnehmen, da muss man gegensteuern, das ist einfach nicht so. Es macht nicht jeder, es geht auch ohne", betonte Mayr.
Ex-Ruderweltmeister Christoph Schmölzer sieht den Sport am Scheideweg angelangt. Da die Freigabe von Doping nicht infrage komme, bleibe nur der Kampf dagegen. "Doping ist ein zentrales Thema, das die Zukunft des Sports bestimmen wird. Die Lösung ist, den Weg gegen Doping konsequent weiterzuverfolgen, das ist unsere Pflicht und Verantwortung, auch gegenüber unseren Kindern", sagte Schmölzer.

















-Anzeigen