Ende der Ermittlungen für SoKo Doping noch nicht absehbar
Ein Ende der Ermittlungen der Sonderkommission Doping im Bundeskriminalamt ist auch nach sechs Monaten noch nicht absehbar.

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SoKo-Chef Andreas Holzer erklärte am Donnerstag, dass sein neunköpfiges Team weiter an mehreren Ermittlungssträngen arbeite. Insgesamt vernahm die SoKo bereits rund 400 Personen, die als Zeugen oder Verdächtige in mehreren Causen zu möglichen strafbaren Handlungen nach dem Anti-Doping-Gesetz und anderen strafrechtlichen relevanten Tatbeständen Auskunft geben mussten. Die Staatsanwaltschaft wird demnächst erste Anklagen erheben.
15 Personen festgenommen. Insgesamt seien laut Holzer im Zuge der Ermittlungen 15 Personen festgenommen worden. Zwischenzeitlich in Untersuchungshaft saßen unter anderem der Sportmanager Stefan Matschiner, der ehemalige ÖSV-Langlauftrainer Walter Mayer, ein Apotheker und der mittlerweile gesperrte Radfahrer Christof K.. Ihnen wird vorgeworfen, Dopingmittel besessen und weitergegeben zu haben, was nach dem seit August 2008 geltenden Anti-Doping-Gesetz mit Haftstrafen bedroht ist. Mutmaßlich dopende Sportler, deren Namen gleich im Dutzend aufgetaucht sein sollen, können nicht strafrechtlich belangt werden. Ihnen drohen aber bei dem Nachweis von Doping-Vergehen sportrechtliche Konsequenzen wie Wettkampfsperren.
Demnächst erste Anklagen. Über mögliche Anklageerhebungen der Staatsanwaltschaft gegen Hintermänner oder Sportler wollte sich SoKo-Chef Holzer gegenüber der "APA" äußern. "Die Beweislage ist wie in allen Verfahren einmal dichter, dann wieder weniger dicht. Spekulationen über mögliche Anklagen werde ich nicht anstellen", sagte Holzer. Verfahren in einzelnen bereits abgeschlossenen Fällen sind auch vor Ende der Arbeit der Kriminalisten möglich. Gerhard Jarosch, Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Wien, meinte zur APA, es werde demnächst erste Anklagen geben. Wann genau und gegen welche Personen ließ er offen.
Ärger. Verärgert zeigt sich Holzer über die Veröffentlichung von Vernehmungsprotokollen und Ermittlungsdetails in Zeitungen. "Das stört mich sehr, dass so viele Aktenteile im Umlauf sind", betonte der Kriminalist. Die Tatsache, dass Beschuldigte volle Akteneinsicht gewährt bekommen und auch Kopien anfertigen dürfen, sei dafür verantwortlich. Der Ermittlungsarbeit würden die Veröffentlichungen jedenfalls oftmals schaden, sagte Holzer.
Kohl und Humanplasma. Ob und gegen wen auch in der Causa Humanplasma ermittelt wurde bzw. wird, kommentierte der Salzburger nicht. In der Plasmapheresestation in Wien soll von 2000 bis Mitte 2006 an etlichen Spitzenathleten Blutdoping vorgenommen worden sein. Strafbar ist dies allerdings erst seit Inkrafttreten des neuen Anti-Doping-Gesetzes im August 2008. Ein Verfahren gegen zwei Humanplasma-Mediziner wegen mutmaßlichen Sozialbetrugs war im März eingestellt worden. Ex-Radprofi Bernhard Kohl hat als bisher einziger Sportler Doping bei Humanplasma zugegeben.
Nur Zeugen. Dass die Kriminalisten die Ermittlungen zu Humanplasma wieder aufgenommen haben könnten, legen bestätigte Zeugenaussagen von ausländischen Radprofis wie Giro d'Italia-Sieger Denis Mentschow (RUS) aus dem Team Rabobank im Juni in Wien nahe. Sein Name war neben rund 30 anderen Anfang 2008 in einer anonymen Anzeige gegen Humanplasma aufgetaucht. Jarosch merkte an, dass die betroffenen Sportler diesbezüglich nur als Zeugen und nicht als Beschuldigte einvernommen worden seien.
Die Blutzentrifuge. Kohl steht neben Langlauf-Olympiasieger Christian Hoffmann und dem dänischen Radstar Michael Rasmussen außerdem in Verdacht, mit Sportmanager Matschiner eine Blutzentrifuge zu Dopingzwecken besessen zu haben. Gegen alle drei Genannten laufen Ermittlungen nach dem Anti-Doping-Gesetz. Die Befragungen der Rabobank-Fahrer könnten auch mit der Blutzentrifuge im Zusammenhang stehen.













