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Zuletzt aktualisiert: 01.07.2009 um 12:16 UhrKommentare

UCI-Chef McQuaid:"Bestkontrolliertes Sportereignis in Geschichte"

Die UCI hat damit ein zusätzliches Kontrollinstrument in der Hand.

Foto © GEPA

Wenn die 180 Teilnehmer der Tour de France am Donnerstag in Monte Carlo die obligatorischen medizinischen Tests absolvieren, liefern die Blutproben weitere Werte für den persönlichen "Gesundheitspass" jedes Radprofis. Die UCI, die mit dieser Einführung eine Vorreiterrolle unter den Weltverbänden einnimmt, hat damit ein zusätzliches Kontrollinstrument in der Hand. Anormale Blutwerte haben Zielkontrollen zur Folge und können seit kurzem auch zu Sanktionen führen, wie das Beispiel von fünf kürzlich namentlich genannten Fahrern beweist, gegen die Verfahren eingeleitet werden.

Methoden. Bernhard Kohl hat im Zuge seiner diversen Aussagen über Dopingpraktiken im Peloton die Sinnhaftigkeit von Kontrollen ebenso infrage gestellt (zahlreiche Präparate bzw. Methoden sind mit herkömmlichen Tests nicht nachweisbar) wie jene des Gesundheitspasses. Der Gesamt-Dritte des Vorjahres wurde bei einer nachträglichen Auswertung seiner Blutproben dennoch erwischt. Dass er sich selbst weiterhin als Dritter und Bergkönig fühlt und die Trophäen behält, weil er ja nichts anderes getan habe als die Konkurrenten, ist Kohls umstrittene Rechtfertigung.

Beitrag leisten. UCI-Präsident Pat McQuaid hat dem Niederösterreicher widersprochen und ist vor der heurigen Auflage jedenfalls sicher: "Die Tour de France wird das wahrscheinlich bestkontrollierte Sportereignis der Geschichte." Kohls Aussagen vor der französischen Anti-Doping-Agentur (AFLD) könnten immerhin einen Beitrag leisten für einen noch effektiveren Anti-Doping-Kampf. "Er hat uns erklärt, wie er es gemacht hat und warum er glaubte, nie erwischt zu werden", erklärt AFLS-Chef Pierre Bordry.

Substanzen. Mit Hilfe der im Gesundheitspass seit 1. Jänner 2008 vermerkten Kontrollwerte wird ein "Profil" jedes Fahrers erstellt. Starke Schwankungen bestimmter Werte deuten indirekt auf die Verwendung verbotener Substanzen oder Methoden wie etwa des Blutdopings hin, die bei herkömmlichen Kontrollen nicht nachweisbar sind.

An den Pranger. Einen "Neubeginn", wie er nach Affären in vergangenen Jahren gefordert wurde, wagt vor dem Tour-Start an der Cote d'Azur dennoch niemand mehr anzukündigen. Der UCI muss man immerhin zugutehalten, dass sie Maßnahmen gegen Doping einleitet, auch wenn damit ihre Athleten mehr als jene anderer Sportarten am Pranger stehen. Die Zahl der überführten "großen Fische" hält sich dennoch in Grenzen und das wirft bei Experten auch wieder Fragen auf.

Gesundheitspass. Anne Gripper, die Verantwortliche für das Anti-Doping-Programm der UCI, ist dennoch Optimistin. "Die große Mehrheit der Fahrer hat normale Blutwerte", sagte sie. Dies wäre nicht möglich, würden die Profis manipulieren. Vor Einführung des Gesundheitspasses sei dies anders gewesen, betonte Gripper.

Dopingkontrollen. In den vergangenen drei Jahren wurden Floyd Landis (USA) als erster Gesamtsieger (2006) und Alexander Winokurow (KAZ/Mehrfach-Etappensieger und Gesamtsieg-Anwärter) überführt, der von Stefan Matschiner beratene Michael Rasmussen wurde als praktisch feststehender Gesamtsieger 2007 von seinem Rabobank-Team aus dem Rennen genommen. Der Däne hatte bei der für Dopingkontrollen wichtigen Angabe seines Aufenthaltsortes mehrfach gelogen. Der mehrfache WM-Medaillengewinner und Etappensieger Alejandro Valverde (ESP) darf heuer nicht teilnehmen, weil die Tour auch durch Italien führt, wo er wegen Verwicklung in die Fuentes-Blutdopingaffäre gesperrt ist.


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