Ironman: Petschnig muss Hempel beschützen
Ironman-Veranstalter beugt sich dem Richterspruch. Hannes Hempel ist am Sonntag dabei. Die Organisatoren sorgen sich um den Athleten.

Foto © GEPAHannes Hempel
Wir wollen nicht zu Rechtsbrechern werden, unterstützen das österreichische Rechtssystem und wollen dem Ganzen ein Ende setzen. Hannes Hempel darf am Sonntag am Ironman Austria teilnehmen", mit diesen Worten eröffnete Veranstalter Stefan Petschnig gestern die Pressekonferenz im "Sunset" in Klagenfurt.
Vertrag. Damit beendete er ein zwei Wochen dauerndes Hick-Hack um die Teilnahme des 35-Jährigen, die er mittels Einstweiliger Verfügung erzwang. "Das Bezirksgericht Klagenfurt stützte sich bei dem Urteil nur auf den Vertrag zwischen der Triangle und dem Sportler. Wir harren nun der Dinge, die noch kommen werden. Für uns ist die Sache damit erledigt", erklärte Petschnig, "ich hoffe für den Hannes, dass er nicht von von jemanden getrieben wurde, Sachen zu unterschreiben, die ihm noch leid tun werden. Selbst wenn sich irgendwann doch noch heraus stellen sollte, dass Hempel etwas getan hat, unternehmen wir nichts mehr. Wir denken auch an seine Familie."
Vorkehrungen. Als "sehr erleichtert", beschreibt Hempel-Anwalt Herwig Hasslacher den Ausgang der Sache: "Es wäre uns allen nahe gegangen, hätten wir müssen zu jenen drastischen Mitteln greifen, die das Gesetz vorsieht. Hannes ist nicht nachtragend, die Sache ist gegessen, er wird am Sonntag das Rennen seines Lebens bestreiten." Damit das so ist, müssen die Organisatoren Vorkehrungen treffen. "Wir müssen uns damit beschäftigen, Hannes zu schützen. Es wird uns nichts anderes übrig bleiben als extra einen Wachmann neben sein Rennrad zu stellen. Es ist nicht in unserem Interesse, dass etwas passiert. Mit einer Attacke der Profis auf Hempel rechnen wir nicht", meinte Petschnig.
Wird nie wieder geben. Sollte Hempel gewinnen, will Petschnig "reagieren, wie bei jedem Sieger. Wir hängen ihm die Medaille um, drücken ihm die Hand, überweisen ihm das Preisgeld". Geht es nach dem OK-Chef, wird "es einen Fall Hempel beim Ironman nie mehr geben. Wir werden uns mit dem Weltverband beraten, schauen, dass wir als private Veranstalter gelten. Dann können wir ein- und ausladen wen wir wollen." Daher wird die Anmeldestelle für 2010 am Montag nur für die Amateure geöffnet.
Zum Thema
AKTENLAGE
- 4. Juni: Hannes Hempel sagt vor der SoKo Doping aus, er habe 2008 an Bernie Kohl einmal CERA weiter gegeben.
- 15. Juni: Der Sportler widerruft sein Geständnis, weil er unter psychischem Druck gestanden sei. Laut Hempel sei das Geständnis nie ein Geständnis gewesen, er hätte alles nur zugegeben, um den Verhörraum verlassen zu können.
- 17. Juni: Der Veranstalter des Ironman Austria am 5. Juli in Klagenfurt, Stefan Petschnig, verlangt vom Athleten einen Startverzicht. Hempel lehnt ab.
- 22. Juni: Die Ironman-Organisatoren sprechen für Hempel ein Startverbot aus. Das wird Hempels Anwalt, Herwig Hasslacher, mittels einstweiliger Verfügung bekämpfen.
Hintergrund
Beipacktext
- CERA: Abkürzung für "Continuous Erythropoiesis Receptor Activator". Ist ein künstliches EPO-Derivat dritter Generation.
- Wirkung: Zur Therapie von Blutarmut bei Krebs- und Nierenerkrankungen. Die Halbwertszeit von CERA beträgt 80 bis 120 Stunden, EPO-Produkte hatten eine Halbwertszeit von 25 Stunden.
- Nebenwirkungen: Es kann zur Blutverklumpung und lebensgefährlichen Komplikationen an den Herzkranzgefäßen führen.












