Humanplasma prüft intern Behauptungen von Bernhard Kohl
Vertragsverhältnis mit Prof. Höcker zur Klärung ruhend gestellt.

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Am Tag nach dem weitreichenden zweiten Dopinggeständnis von Radprofi Bernhard Kohl war der Geschäftsführer des Plasmaspendezentrums Humanplasma, Lothar Baumgartner, für Anfragen nicht erreichbar gewesen. Am Donnerstag trat das Unternehmen mit einer Aussendung an die Öffentlichkeit. Darin hieß es, die Behauptungen von Kohl würden intern geprüft. Der in Medienberichten genannte Mediziner Prof. Paul Höcker hat demnach in diesem Zusammenhang Humanplasma gebeten, das Vertragsverhältnis bis zur Klärung ruhend zu stellen.
Eigenangaben. Kohls Aussage, er habe sich dreimal in den Räumlichkeiten der Firma Humanplasma aufgehalten und Blutdoping durchführen lassen, könne derzeit weder bestätigt noch dementiert werden, teilte Humanplasma mit. Die nach Eigenangaben zu den größten Privatunternehmen ihrer Art in Europa zählende Firma legt aber Wert auf die Feststellung, dass Kohl in keinem Fall Kunde von Humanplasma war. Das Unternehmen habe zu keinem Zeitpunkt Sportler zu Dopingzwecken angesprochen, eingeladen oder empfangen.
Behauptungen. Humanplasma hat dem am Mittwoch geäußerten Vorschlag des Transfusionsmediziners Höcker entsprochen und das Vertragsverhältnis ruhend gestellt. Dies deshalb, "da auch wir davon ausgehen, dass dieser Schritt für Herrn Prof. Höcker und für Humanplasma die Klärung der jüngsten Behauptungen erleichtern wird", hieß es in der Stellungnahme. Für Höcker gelte die Unschuldsvermutung.
Spender. Höcker ist laut Angaben von Humanplasma ein in der Fachwelt weit über die Grenzen Österreichs hinaus anerkannter Transfusionsmediziner, der sich erfolgreich für die Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten von schwer kranken Patienten eingesetzt hat. Bei Humanplasma habe er als Arzt und Ärztlicher Leiter viele Spenderinnen und Spender von Blutkomponenten betreut.
Verstoß. Am 8. März hatte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen zwei Ärzte, von denen einer als Konsulent bei Humanplasma tätig war, wegen Betrugsverdachts und Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz eingestellt. Anlass für die Untersuchungen war der Verdacht gewesen, dass nationale und internationale Spitzensportler in den Räumlichkeiten der Firma in Wien Blutdoping betrieben hätten.














