Darabos fordert gedopte Sportler strafrechtlich zu verfolgen
Wissentliches Hormon-, Blut-, Gen-Doping sei zu bestrafen. "Es geht aber nicht um eine Hexenjagd". Die Arbeitsgruppe soll Änderungen des Anti-Doping-Gesetzes diskutieren.

Foto © GEPANorbert Darabos
Verhaftungen, Hausdurchsuchungen, Geständnisse und öffentliche Anschuldigungen - die Ereignisse rund um die Manipulation sportlicher Leistungen mittels unerlaubter Substanzen haben aktuell eine in Österreich bisher nicht gekannte Dimension erreicht. Angesichts der jüngsten Entwicklungen hat Sportminister Norbert Darabos (S) am Montag seine Forderung nach der Schaffung der Möglichkeit, dopende Sportler strafrechtlich verfolgen zu können, erneut bekräftigt.
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Hormone. "Es muss dabei aber eine Unterscheidung geben, bei welchen Dopingmitteln eine strafrechtliche Verfolgung möglich ist. Wer wissentlich Wachstumshormone nimmt, Blut- und Gendoping betreibt, sollte darunter fallen. Über genaue Definitionen wird noch zu diskutieren sein. Es geht dabei nicht um eine Hexenjagd", erklärte Darabos am Montag bei der Präsentation der Anti-Doping-Broschüre "Handbuch für Leistungssportler" in Wien. Darabos ist der Ansicht, dass die Androhung von Gefängnisstrafen zur Ausforschung von Hintermännern nützlich sein könnte. Bei Zusammenarbeit mit den Behörden sei ein möglicher Straferlass angedacht.
Besitz. Im Gegensatz zu Darabos äußerte sich Andreas Schwab, der Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA), deutlich zurückhaltender. "Wir haben mit den bestehenden Gesetzen zu arbeiten, weitere Entscheidungen liegen bei den Politikern", erklärte Schwab gegenüber der APA. Seit August 2008 ist unter gewissen Bedingungen der Besitz, die Weitergabe und der Handel von im Sport verbotenen Substanzen mit Gefängnisstrafen bedroht. Gedopte Sportler selbst haben nicht mit Haftstrafen zu rechnen.
Netz. Darabos bläst in seinem Ansinnen, Athleten strafrechtlich belangen zu können, kräftiger Gegenwind von den anderen Parteien ins Gesicht. Der Rad- und Triathlonverband hatten sich kürzlich dafür ausgesprochen. "In dieser Frage darf es kein Augenzwinkern geben. Wir sind in Europa als eines der Länder verschrien, wo einige Fäden des Dopingnetzwerkes zusammenlaufen, das kann ich als Sportminister nicht hinnehmen", begründete Darabos, der als Sportminister seit Februar im Amt ist, sein rigoroses Vorgehen.
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Arbeitsgruppe legte weitere Marschroute fest:
Nächstes Treffen am 8. Mai














