Sportminister Darabos engagiert sich weiterhin gegen Doping
Das erste Treffen der interministeriellen Arbeitsgruppe findet am 30.3. statt.

Foto © APASportminister Norbert Darabos
Der Kampf gegen Doping in Österreich ist auch der Politik ein großes Anliegen. Am Montag (30.3.) tagt erstmals die von Sportminister Norbert Darabos ins Leben gerufene interministerielle Arbeitsgruppe "Anti-Doping" mit Vertretern aus den Ministerien Sport, Justiz, Inneres und Gesundheit. Das Ziel ist eine bestmögliche Vernetzung und koordinierte Zusammenarbeit im Kampf gegen die Doping-Kriminalität. Darabos' Forderung nach strafrechtlichen Konsequenzen für dopende Sportler trifft jedoch weiterhin auf Widerspruch. Der frühere Sport- und jetzige Finanz-Staatssekretär Reinhold Lopatka fordert Länder und Verbände zu größeren Aktivitäten auf.
Für strafrechtliche Verfolgung. Der Verteidigungs- und Sportminister will das bestehende Anti-Doping-Gesetz weiter verschärfen und schlägt bei schweren Fällen auch die strafrechtliche Verfolgung von Sportlern vor. Diskutiert wird dies am 15. April im neuen Anti-Doping-Unterausschuss im Parlament. "Wir brauchen noch mehr Möglichkeiten, um die Doping-Netzwerke in unserem Land ein für alle Mal zu zerschlagen. Ich stelle mich mit meiner Forderung klar hinter die vielen sauberen, ehrlichen Athleten in Österreich", erklärte Darabos in einer Aussendung.
Gegen gerichtliche Verfolgung. Peter Wittmann, SP-Parteikollege von Darabos und Präsident der Bundes-Sportorganisation (BSO), sprach sich am Dienstag gegenüber der APA erneut vehement gegen gerichtliche Verfolgung von gedopten Sportlern aus. "Wir sind dabei, das Gesetz immer weiter zu verschärfen, etwa die Dauer der Sperren zu erhöhen, aber eine Kriminalisierung der Sportler halte ich nicht für richtig." Der Jurist Wittmann sieht die BSO-Position durch den jüngsten Fall bestätigt. "Das Umfeld gehört ausgetrocknet und der Handel, aber auch Besitz großer Mengen von Dopingmitteln streng bestraft. Und genauso wirkt ja das Gesetz."
Vier Jahre Sperre ausreichend. Ähnlich sieht es ÖVP-Sportsprecher Peter Haubner. "Sportler einfach zu kriminalisieren und mit dem Strafrecht zu drohen ist der falsche Weg, denn es gibt genügend andere Instrumente", erklärte der Präsident der Sport-Union. "Mit diesen sportrechtlichen Sanktionen sollte das Auslangen gefunden werden, denn immerhin drohen den Sportlern für Doping vier Jahre Sperre. Diese Sanktion ist nahezu einem Karriereende gleichzusetzen."













