Bolt hat seinen Marktwert gesteigert
Der auf der Laufbahn unschlagbare Usain Bolt ist auch beim Kassieren nicht einzuholen: 320.000 Dollar hat er bei der WM in Berlin bisher verdient. Und das ist nicht alles.

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Zweite Goldmedaille, zweiter Weltrekord - 55.000 Fans im Berliner Olympiastadion feierten Usain Bolt mit stehenden Ovationen. Er sei ein bisschen müde gewesen, aber er hätte sich mit den 19,19 Sekunden selbst übertroffen, sagte er danach. So müde aber auch nicht, dass er nach der erfolgreichen Arbeit nicht wieder seine üblichen Faxen gemacht hätte: Auf die Brust klopfen, Bogenschützen-Geste, Jamaika-Fahne schnappen, seine orangen Schuhe ausziehen, rückwärts auf den Boden werfen und mit dem WM-Maskottchen "Berlino" herumblödeln. Ja, so steigert die Ein-Mann-Entertainment-AG Usain B. ihren Kurs immer weiter.
Mit seinem zweiten Fabelweltrekord stimmte sich Bolt auf seinen 23. Geburtstag ein, den er am Freitag feierte. Wie er den verbringen werde? Bolt: "Lange schlafen." Die Sprintstaffel-Vorläufe abends ließ er sausen, damit er am Samstag, wenn's für Jamaika um Gold geht, wieder frisch ist. Vater Wellesley, in Berlin mit Gattin Jeniffer auf der Tribüne, wurde gefragt, ob der Filius zum 23er ein Geschenk bekomme? "Das wissen wir nicht. Auf alle Fälle bekommt er sein Geschenk erst in Jamaika. Er kann sich ja selbst alles kaufen. Es ist schwer etwas Passendes für einen zu finden, der sich alles leisten kann", philosophierte der Herr Papa.
Marktwert gesteigert
Apropos, alles leisten: Bolts WM-Siege mit den Weltrekordzeiten schlagen sich ordentlich zu Buche und steigern logischerweise seinen Marktwert enorm. Zwei Mal 160.000 Dollar (60.000 für Gold, 100.000 für den Weltrekord) hat der lustige Jamaikaner in Berlin bisher bereits abgeräumt. Macht 320.000 Dollar. Gewinnt er am Samstag mit Jamaika auch noch die 4x100 Meter-Staffel, kämen noch einmal 20.000 Dollar dazu. Auf alle Fälle ist Bolt auch beim Kassieren ein Weltmeister.
Doch das ist nicht alles. Leichtathleten "leben" zum Großteil von den Antrittsgeldern bei großen Meetings. Nach Peking kletterten die für Bolt auf 200.000 bis 250.000 Euro. 2010, wo es weder eine WM noch Olympische Spiele gibt, dürfte der 23-Jährige bei keinem Meeting für weniger als 300.000 Euro starten. Seine Haupteinnahmequelle ist jedoch der Sponsorvertrag mit dem Sportartikel-Herrsteller Puma. Noch verdient die in Berlin abgestürzte russische Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa beim chinesischen Konkurrenten Li Ning mit 1,5 Millionen Dollar pro Jahr etwas mehr. Doch nach Meinung aller Experten dürfte Bolt an diesem Betrag bald vorbeisprinten. Puma hatte ihn als 15-Jährigen unter Vertrag genommen. Und verdankte ihm nach Angaben von Vorstandschef Jochen Zeitz allein bei Olympia einen "Mediawert von 250 Millionen Euro". Das ist jener Betrag, den der Konzern in klassische Werbung hätte investieren müssen, um eine vergleichbare Medienpräsenz zu erreichen. Seine Schnelligkeit macht Usain Bolt jedenfalls zum Multi-Millionen-Mann.
HEINZ TRASCHITZGER, BERLIN
Features
DIE TOPVERDIENER
Langsprinter: Michael Johnson, vierfacher Olympiasieger und neunfacher Weltmeister
Himmelsstürmerin: 26 Stabhoch-Weltrekorde hat Jelena Isinbajewa bereits verbessert
Vielseitiger: Sprinter Carl Lewis holte neun olympische Goldmedaillen, siegte u.a. im Weitsprung












