"Finale oder nicht" - Mayer braucht den optimalen Wurf
Ein Meter ist es bei Olympia in Peking gewesen, der Diskuswerfer Gerhard Mayer vom Finale getrennt hat. Diskuswerfer hofft bei WM auf Finaleinzug - am Gerät verbessert, mental stärker.

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Seitdem ist ein Jahr vergangen und der Niederösterreicher hat seine persönliche Bestleistung von 62,85 Meter auf 65,06 gesteigert. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin will der 29-Jährige am Dienstag den Einzug in den Endkampf der Top Zwölf schaffen. "Ich habe mich kraftmäßig und am Gerät verbessert, mental und technisch habe ich heuer einen Schritt gemacht", sagte Mayer, der im Olympiastadion sein Weltklasse-Niveau zeigen will.
"Olympia, das war ein einschneidendes Erlebnis", erinnerte sich der Goldmedaillengewinner der Universiade in Bangkok 2007 im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. "Ich habe mir das angesehen, viele sind an ihren mentalen Fähigkeiten gescheitert. Sie haben ihr Potenzial nicht ausschöpfen können. Das traf auf mich auch zu, ich habe mir danach gesagt: 'Du musst in Zukunft lockerer werden.'" Zum einen lasse er sich keinen Druck mehr auferlegen, zum anderen schaue er sich an, wie die anderen, die Weltbesten, es machen. Er fragt die Konkurrenten dieses und jenes, manche sind wortkarg, geben kaum Auskünfte in technischen Belangen, andere wiederum fühlen sich geschmeichelt und helfen.
"Eine super Leistung in Berlin"
Von den für 2009 gesteckten zwei Zielen hat Mayer mit dem Erreichen des Österreichischen Rekordes bereits eines erreicht, seine Bestmarke steht zwar offiziell noch bei 64,16 Meter, doch die Anerkennung der am 12. Mai in Salinas geworfenen 65,06 dürfte nur Formsache sein, der Weltverband (IAAF) will sich die Topographie des Wurffeldes noch einmal anschauen. "Das zweite Ziel ist ein gutes Abschneiden, eine super Leistung in Berlin", erklärte Mayer. "Wie schwer es wird, ins Finale zu kommen? Das wird für alle sehr schwer. Auch für den Olympiasieger. Es liegt für mich im Bereich des Möglichen. Ich brauche einen optimalen Wurf."
Gerhard Mayer ist "stolz", Gregor Högler als Trainer zu haben. Sie waren zuerst Freunde, ehe sie sich ins Athleten-Trainer-Verhältnis begaben. "Gregor ist zielstrebig und hilfsbereit", sagt der HSZ-Soldat. "Nur die Weite und das Maßband zählen und nicht unnötige Dinge, die aufhalten." Bei zehn bis zwölf Trainingseinheiten zu je zweieinhalb Stunden in der Woche bleibt auch nicht viel Zeit für anderes. "Gerhard gehört jetzt wirklich zu den Besten der Welt, das freut mich, dass er da so dabei sein kann", meinte Högler anerkennend.
In Mayers Heimatort Franzensdorf haben die beiden in einem Feld Wurfkreise gegossen, im Winter wird in einer Scheune am sportlichen Weiterkommen gearbeitet. Der Onkel ist Landwirt und unterstützt den Neffen, in dem er ihm Platz zum Trainieren gibt. In einer Halle stehen Trainingsgeräte von Högler, solche, die der frühere Speerwerfer noch selbst verwendet hat und maßgeschneiderte für einen Diskuswerfer. Die meisten davon sind selbst gebaut, hat doch Högler Maschinenbau studiert. "Solche Trainingsbedingungen gibt es sonst nur in Salzburg-Rif", schätzt Mayer die somit geschaffenen Möglichkeiten.
Mit 63 Metern sollte man den Finaleinzug schaffen, glaubt der Trainer. "Gerhard war schon Österreichs bester Leichtathlet in Peking (18./Anm.) , er ist immer relativ knapp am Finale. Im Wurf ist es halt ein bisserl brutal. Es ist nicht wie im Lauf, wo dann noch Zwischenrunde und so kommt. Beim Wurf geht es von 40 oder 50 auf 12. Finale oder nicht. In den Medien heißt es dann, entweder super oder aus, das ist oft sehr knapp." Doch Högler ist zuversichtlich: "Ich weiß, dass wir auf einem guten Weg sind, wir sind heuer wieder stärker als im Vorjahr. Irgendwann geht es sich aus, vielleicht sogar heuer, das wäre das Schönste."








