Hohenwarter holte mit Krämpfen den WM-Titel
Markus Hohenwarter gewann den Jungfrau-Marathon, holte als erster Österreicher Gold.

Foto © APAMarkus Hohenwarter
Am Samstag hatte seine Freundin Sabine Reiner beim Jungfrau-Marathon in Interlaken (SUI) Silber geholt. Danach meinte ihr Herzbube, Markus Hohenwarter, noch: "Wenn ich, ob dieses starken Teilnehmerfeldes, in meinem Rennen über 42,2 km und 1800 Bergauf-Höhenmetern Fünfter werde, ist das schon ein großer Erfolg." Wie sehr der 32-Jährige tiefgestapelt hatte, bewies der Gailtaler im Bewerb mit 8000 Teilnehmern am Fuße von Eiger, Mönch und Jungfrau.
Hohenwarter lag vom Start weg in der Spitzengruppe, konnte sich bald mit dem Kenianer Hosea Tuei absetzen. Gemeinsam lief das Duo bis zu Kilometer 39. Da passierte es. "Ich bekam Krämpfe, musste zwischen Kilometer 39 und 40,5 Gehpassagen einlegen, da meine Beine schon so kaputt waren", berichtete der Marathon-Staatsmeister, "zum Glück erging es meinem Fluchtgefährten gleich. Er brauchte noch länger, um sich wieder zu fangen. So konnte ich nach 2:59:42 Stunden gewinnen." Hohenwarter kürte sich damit zum ersten Österreicher, dem so ein Erfolg gelang. Wie hoch der einzuschätzen ist, zeigen die Leute, die er abhängen konnte: Mitja Kosovelj (SLO), amtierender Langdistanz-Weltmeister, Marco de Gasperi (ITA), fünffacher Berglauf-Weltmeister.
Um endlich auch einen so großen internationalen Erfolg erringen zu können, hat sich der Physiotherapeut penibel vorbereitet: "Da die ersten 26 Kilometer dieses Rennens relativ flach sind, spulte ich zu Hause zuerst flache Einheiten ab, danach jene mit 1400 Höhenmetern. Ein weiteres Plus für mich war die Streckenkenntnis durch den Laufsieg 2011 und das Wissen - ich kann hier gewinnen." Für den WM-Titel gab es nicht einmal ein Preisgeld, nur eines für den Sieg beim Jungfrau-Marathon. Wie hoch das genau war, sagte der Weltmeister nicht, stellte aber klar: "Ein Fußballer in der Kärntner Liga bekommt pro Jahr sicher mehr als ich für den Triumph."
Feiern mit DJ Ötzi
Nach kurzer Verschnaufpause wartete die große Feier mit seiner Sabine. "Auf einer riesigen Bühne gab DJ Ötzi ein Konzert. Da werden wir uns beide so richtig die Beine ausschütteln." Allzu lange gab sich das Duo nicht dem Abshaken hin: "Ich muss die Sabine am Montag früh zum Flughafen in Zürich bringen, da sie dienstlich nach St. Petersburg fliegen muss. Ich fahre danach noch sieben Stunden mit dem Auto nach Hause ins Gailtal. Mit dem WM-Titel im Gepäck wird das eine ganz lockere Fahrt."
An seinem Leben wird die WM-Goldmedaille nichts ändern: "Ich bleibe weiter der Markus, der ich immer war."













