Olympia-Träume auf dem Grundlsee
Am Grundlsee ist der "Ruderclub Ausseerland", der einzige der Steiermark, beheimatet. Acht junge Athleten haben ehrgeizige Ziele.

Foto © PLIEM Acht junge Athleten umfasst das Team von Trainer Gerhard Pfitzner
Sechs Kilometer lang und einen Kilometer breit ist das "Steirische Meer", der Grundlsee im Ausseerland. Wie es sich für ein Meer gehört, gibt es dort einen "Steirischen Yachtclub Grundlsee", ein Motorboot der Feuerwehr für Notfälle und einen Ruderklub, der sich zur Zeit im Nachwuchsbereich gehörig in die Riemen legt. Der "Ruderclub Ausseerland" ist derzeit der einzige in der Steiermark, weiß Trainer Gerhard Pfitzner. Vielleicht gibt es bald einen zweiten, wenn die Mur bei Graz wirklich aufgestaut wird, fügt er hinzu. Inzwischen werken die Mannen im malerischen Gössl im äußersten Osten des Grundlsees allein auf dem weiten See.
Vom Ehrgeiz gepackt
Was treibt einen jungen Burschen dazu, sechs Mal in der Woche in einem engen Kunststoffboot bei sengender Hitze zu trainieren, anstatt die Beine im kühlen Wasser baumeln zu lassen? "Es macht Spaß und mich hat der Ehrgeiz gepackt", sagt der 14-jährige Jakob Frosch aus Bad Aussee. Er will es wirklich wissen, macht hartes Krafttraining, feilt an der Technik und hat heuer in seiner Klasse schon Rennen in Gmunden, Salzburg und einen Vorlauf in Linz gewonnen. Frosch hat sich auf das Rudern spezialisiert und ein großes Ziel: in ein paar Jahren bei Olympischen Spielen anzutreten. Dazu vergleicht er seine Leistungsdaten mit jenen, die die österreichischen Paraderuderer Paul und Bernhard Sieber in seinem Alter hatten. Und die seien "ziemlich gleich". Wer weiß? Vielleicht hat Norbert Darabos noch Grund zur Freude - wenn er dann noch Sportminister sein sollte.
Was ist das Wichtigste im Rudersport? "Dass du ruhig mit dem Rudersitz nach vorne rollst und mit der Ruderbewegung nie das Gleiten des Bootes abstichst", versichert Jakob Frosch, der derzeit mit Adrian Neuhuber, Matthias Hütter und fünf anderen jungen Burschen den Talente-Pool des "Ruderclubs Ausseerland" bildet.
Potenzial nach oben gibt es. Das Kunststoffboot von Frosch ist zehn Jahre alt, Adrian Neuhuber fährt überhaupt noch mit einem schwereren Holzboot. Und Trainer Pitzner zischt nicht, wie üblich, mit dem Motorboot neben seinen Ruderern her und kann sofort korrigierend eingriffen, sondern muss mit dem Rad am Ufer entlangfahren. Mit Ausnahme des Feuerwehrbootes sind Motorboote am Grundlsee verboten.
Alle Muskeln beansprucht
In Gössl am Grundlsee wird deswegen nicht gejammert, sondern weiter trainiert: "Rudern, richtig ausgeführt, ist eine der gesündesten Sportarten überhaupt, weil jeder Muskel beansprucht wird", sagt Trainer Pfitzner. Und das Geschwindigkeitserlebnis auf dem Wasser sei durchaus berauschend: "Bei einem schnellen Viererboot kannst du einen Wasserskifahrer anhängen."













