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Zuletzt aktualisiert: 09.08.2012 um 13:18 UhrKommentare

Österreich bleibt in London medaillenlos

Nun ist auch die letzte Hoffnung dahin: Die österreichischen Flachwasser-Kanutinnen Viktoria Schwarz und Yvonne Schuring landeten am Donnerstag nur auf Platz fünf. Rot-Weiß-Rot bleibt damit in London ohne Medaille.

Nur Platz fünf für Schwarz/Schuring: Die Ehrenrettung Österreichs nicht geglückt

Foto © APANur Platz fünf für Schwarz/Schuring: Die Ehrenrettung Österreichs nicht geglückt

Der rot-weiß-rote Traum ist geplatzt! Österreichs größte verbliebene Medaillenhoffnung bei den Olympischen Sommerspielen in London ist am Donnerstag im Dorney Lake versunken. Die Flachwasser-Kanutinnen Yvonne Schuring und Viktoria Schwarz mussten sich im Kajak-Zweier mit Rang fünf begnügen. 0,785 Sekunden fehlten den Weltmeisterinnen auf die Bronzemedaille. Gold ging an die deutschen Weltcup-Dominatorinnen Franziska Weber/Tina Dietze.

Keine Medaille

Noch sind in London drei Wettkampftage zu absolvieren, allerdings gehen die Österreicher in den ausstehenden Bewerben als Außenseiter an den Start. Damit drohen zum zweiten Mal nach Tokio 1964 Olympische Spiele ohne österreichische Medaille.

Schuring/Schwarz erwischten keinen optimalen Start, fuhren den unmittelbaren Konkurrenten von Anfang an hinterher. Selbst ein starkes Finish reichte nicht mehr. "Wir haben uns nichts vorzuwerfen", betonte Schuring. "Wir haben unsere Leistung zu 100 Prozent abgerufen. Man muss mit einem guten Rennen auch einmal zufrieden sein." Schon im Semifinale und bei der EM zuletzt in Zagreb waren die Oberösterreicherinnen Fünfte geworfen.

Durch den im Vorjahr in Szeged errungenen WM-Titel war die Erwartungshaltung in Österreich allerdings eine höhere. Schuring/Schwarz hätten zu den Retterinnen der Nation avancieren und die ersten medaillenlosen Spiele seit Tokio 1964 verhindern sollen. "Wir sind mental eine gute Schiene gefahren", versicherte Schuring. "Wir haben uns trotzdem gut auf unser Rennen konzentriert. Natürlich hätten wir uns auch eine Medaille gewünscht."

"In der Kanuwelt ist das deutlich"

0,785 Sekunden fehlten am Ende. "Das hört sich wenig an, in der Kanuwelt ist das aber doch relativ deutlich", gestand die 34-jährige Schuring. "Wir haben gewusst, dass für eine Medaille alles passen muss, wir hätten ein 100 Prozent optimales Rennen gebraucht." Das war es nicht ganz. "Den Start haben wir ein bisschen verpatzt", erklärte die sieben Jahre jüngere Schwarz. "Der fünfte Platz war realistisch, die Leistung hat sicher gepasst."

Gegen die Topfavoriten war es bei strahlendem Sonnenschein allerdings zu wenig. Die Deutschen siegten vor den Ungarinnen Katalin Kovacs/Natasa Douchev-Janics, die ihr drittes Olympia-Gold in Serie verpassten, sowie den Polinnen Karolina Naja/Beata Mikolajczyk. Vor den Österreicherinnen landete auch noch das Boot aus China. "Die anderen waren knallhart schnell", erklärte Österreichs Sportkoordinator Günther Briedl.

Da half nicht einmal die lautstarke Unterstützung von Ski-Legende Hermann Maier, der sich unter die 24.000 Fans im Ruderzentrum 50 km westlich von London gemischt hatte. Der Trubel um Schuring/Schwarz, die letzten großen ÖOC-Medaillenhoffnungen bei den Spielen in London, war in den vergangenen Tagen fast so groß gewesen wie einst um den vierfachen Gesamtweltcupsieger.

Zufrieden mit Rang fünf

"Mit dem Druck sind wir aber gut zurechtgekommen", meinte Schwarz. Eine Medaille sei ein Traum gewesen. "Im Grunde genommen ist aber auch Platz fünf bei Olympia ein Wahnsinnsergebnis", sagte die Linzerin. Bei den ersten gemeinsamen Spielen vor vier Jahren in Peking hatte das damals neu formierte Duo noch Rang neun belegt. 2016 in Rio soll eine weitere Steigerung möglich sein.

"Es ist noch viel drinnen in diesem Boot", versicherte Cheftrainer Nandor Almasi. Der Ungar hat Schwarz/Schuring zu Weltmeisterinnen gemacht. "Sie sind auch hier sehr gut gefahren", betonte der 59-Jährige. "Wir müssen mit dem Resultat zufrieden sein. Jeder ist hier für eine Medaille vorbereitet." Nur mit den unmittelbarem Ablauf der vergangenen Tage war Almasi nicht restlos zufrieden.

Am Dienstagabend nach dem Semifinale waren die Medaillenhoffnungen noch aus ihrem Außenquartier ins fast zwei Autostunden entfernte Österreich-Haus in der Londoner Innenstadt zu einem Galaabend ihres Heimatbundeslandes Oberösterreich gereist. Dort waren sie von der Presse belagert worden. "Ich glaube, das war vielleicht nicht optimal", sagte Almasi. "Sie hätten rasten sollen. Ich wollte eigentlich gar nicht hinfahren."

Quelle: APA

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