Fuglsang steht nach Zeitfahren vor Gesamtsieg
Sportliche Revanche nach der Ausbootung: Der Däne Jakob Fuglsang musste nach Österreich statt zur Tour de France. Mit der Wut im Bauch steht er nach dem Zeitfahren am Sonntag vor dem Gesamtsieg.

Foto © APAJakob Fuglsang in Siegerpose. Der Däne steht bei der Österreich-Rundfahrt vor dem Gesamtsieg
Welche Folgen es haben kann, sein Teammanagement zu kritisieren, weiß Jakob Fuglsang seit dem 18. Juni. Denn da erfuhr der Däne von seinem Brötchengeber RadioShack, dass er nicht bei der diesjährigen Tour de France starten darf.
Der 27-Jährige, Gewinner der Luxemburg-Rundfahrt 2012 und vielerorts bereits als zukünftiger Seriensieger hochgejubelt, quittierte die Absage mit der Ankündigung, sich in der kommenden Saison ein neues Team suchen zu wollen. Das wiederum schmeckte Teamchef Johan Bruyneel gar nicht. Die Konsequenz: Fuglsang darf in diesem Jahr keine World-Tour-Rennen mehr bestreiten.
Vielleicht oder gerade deshalb ist es für den 27-Jährigen eine Genugtuung, dass er nach dem entscheidenden Zeitfahren bei der Österreich-Radrundfahrt praktisch als Gesamtsieger feststeht. Den Grundstein hatte er bei der prestigeträchtigen Glockner-Etappe gelegt, im Kampf gegen die Uhr verteidigte er mit Rang zwölf das Gelbe Trikot. "Jetzt noch eine Etappe, dann habe ich den Gesamtsieg. Ich kann es noch gar nicht realisieren", jubelte der Teamkollege von Thomas Rohregger am Neusiedlersee. Der Däne führt in Österreich eine Tradition fort. Denn nach Cadel Evans (2001 und 2004) und Vorjahressieger Frederik Kessiakoff ist Fuglsang der nächste Ex-Mountainbiker, für den das bergige österreichische Terrain ein durchaus erfolgreiches ist.
Aus Spaß an der Freude stieg er mit zwölf Jahren aufs Mountainbike, um als 22-Jähriger seinen, wie er selbst sagt, größten Erfolg zu feiern: den U-23-WM-Titel im Cross-Country. Nach und nach versuchte sich der Sunnyboy auch bei Straßenrennen, räumte unter anderem bei der Dänemark-Rundfahrt 2009 und 2010 den Gesamtsieg ab, ist mehrfacher dänischer Zeitfahrmeister.
Seine weiteren Saisonziele sind die Olympischen Spiele und die Rad-WM. Und vielleicht bereut Bruyneel danach erst richtig, Fuglsang vergrault zu haben.














