Rohreggers dritter Platz zählt fast als Sieg
Thomas Rohregger versuchte auf seinem Lieblingsberg alles, er attackierte im 7,1 Kilometer langen Schlußanstieg auf das Kitzbüheler Horn mehrmals, doch der zweite Sieg nach 2007 gelang nicht. Sieg an Di Luca.

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Thomas Rohregger ist wohl keiner von der Menschensorte, die schnell vergisst. Man möge fast meinen, die Nichtnominierung für die Olympischen Spiele ist eine der größten Demütigungen, die dem Tiroler jemals widerfahren ist. Denn selbst Tage später wurmt ihn das sichtlich. Der heimische Radsportfan kann der Situation trotzdem Positives abgewinnen. Hat der Radsportverband (ÖRV) mit seiner Entscheidung Rohregger doch fuchsteufelswild, aber zugleich bärenstark gemacht. Und der Österreich-Radrundfahrt damit eine der packendsten Etappen seit Jahren beschert.
Auf dem Weg aufs Kitzbüheler Horn hatte man das Gefühl, der 29-Jährige wolle sich den Ärger von Kehre zu Kehre von der Seele strampeln, was er später auch zugab. "Ich wollte es heute all meinen Kritikern beweisen." Es wäre ihm auch fast gelungen, wenn da nicht ein Italiener Namens Danilo Di Luca und der Eidgenosse Steve Morabito gewesen wären, die Rohregger schlussendlich auf Platz drei bei der "Königsetappe" verbannt haben.
Klettern mit Niveau
Es war ein Kräftemessen auf ganz hohem Niveau, das sich die Kletterspezialisten auf dem brutalen 7,1 Kilometer langen und bis zu 22,3-prozentigen Schlussanstieg auf das Horn lieferten. 4,3 Kilometer vor dem Ziel setzte sich erstmals der Tiroler Lokalmatador mit einem entschlossenen Antritt an die Spitze. Während dahinter Fahrer um Fahrer wegbröckelte, folgte ihm Di Luca wie ein Schatten, ehe der kurz vor dem letzten Kilometer, zur alles entscheidenden Attacke ansetzte. Rohregger konnte das Hinterrad des Italieners nicht halten, der Sieger des Giro d'Italia 2007 war an diesem Tag um zehn Sekunden schneller und ist nun mit 16 Sekunden Vorsprung auf den Österreicher auch neuer Gesamtführender.
Aber Rohregger bleibt er im Kampf um den Rundfahrtssieg auf Tuchfühlung. "Das war erst die zweite Etappe, da ist noch alles drin", gibt er sich heroisch. Der Start zur 3. Etappe erfolgt in Kitzbühel. Über die Bergwertungen Pass Thurn, Felbertauern und Pustertaler Höhenstraße geht es zur Zielankunft in Lienz.














