Rohregger mit Wut im Bauch um den Sieg
Für Olympia ist er "durchgefallen", bei der Österreich-Rundfahrt ist Thomas Rohregger (29) ab Sonntag aber ein heißer Tipp.

Foto © GEPAThomas Rohregger
Thomas Rohregger war 2008 der letzte österreichische Sieger der Österreich-Radrundfahrt. Die Chancen, dass er dieses Jahr seinen Erfolg bei der 64. Auflage, die am Sonntag in Innsbruck startet, wiederholen kann, stehen demgegenüber nicht zum Besten. Denn die Konkurrenz für den 29-jährigen RadioShack-Profi ist beträchtlich.
Die ehemaligen Giro-d'Italia-Sieger Stefano Garzelli (38) und Danilo di Luca (36) gelten unweigerlich als große Favoriten auf den Gesamtsieg. Und auch teamintern hat Rohregger mit einem starken Rivalen zu kämpfen. Der Däne Jakob Fuglsang (27), der nach der Nichtnominierung für die Tour de France für einigen Zündstoff im amerikanischen Rennstall sorgte, brennt auf ein Erfolgserlebnis. Wenn schon nicht in Frankreich, dann zumindest auf österreichischem Terrain.
Der ehemalige Mountainbiker und gute Zeit- wie Bergfahrer ist nur einer von vielen Anwärtern auf den Rundfahrtssieg. Marco Pinotti (BMC Racing), Domenico Pozzovivo (Colnago), Carlos Gomez Betancur (Acqua & Sapone), David Arroyo (Movistar) oder Alexander Efimkin (Type 1) wird man wohl ebenso auf der Rechnung haben müssen.
Rohregger selbst hat bei seinem Heimrennen die Kapitänsrolle inne. Und fährt mit einer gewissen Wut im Bauch. Der ÖRV hat für Olympia in London Bernhard Eisel und Daniel Schorn nominiert, der Tiroler nahm dies mit Unverständnis und Unmut zur Kenntnis. Stellte in der ersten Emotion sogar seinen Start bei der Österreich-Radrundfahrt infrage. Als Konsequenz möchte Rohregger in Zukunft gar kein Rennen mehr für den ÖRV bestreiten. Das hat aber aktuell auf die Rundfahrt keine Auswirkungen. "Die Konkurrenz ist groß, aber ich lasse mich davon nicht irritieren, versuche mein Bestes", ist Rohregger zuversichtlich.
Zumindest aus rot-weiß-roter Sicht wird ihm das niemand streitig machen. Schorn, Mathias Brändle und Marco Haller werden ihr Glück in Tageserfolgen suchen, der Steirer Georg Preidler, Hans-Jörg Leopold aus Wolfsberg und Tchibo-Cup-Leader Riccardo Zoidl werden im Wettkampf um den Gesamtsieg wohl nur Nebenrollen spielen. Los geht's am Sonntag mit einem Stadtrundkurs in Innsbruck, aber bereits am Montag könnte bei der "Königsetappe" auf das Kitzbüheler Horn so etwas wie eine Vorentscheidung fallen.













