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Zuletzt aktualisiert: 27.05.2012 um 18:55 UhrKommentare

Siebenkämpferin Dadic mit ÖLV-Rekord nach London

Jessica Ennis hat den Siebenkampf in Götzis in der neuen Jahresweltbestleistung und dem neuen britischen Rekord von 6.906 Punkten gewonnen. Ivona Dadic schaffte als 23. die ÖLV-Normen für die EM in Helsinki und Olympia in London.

Ivona Dadic überglücklich

Foto © APAIvona Dadic überglücklich

Die Sieger des Mehrkampfmeetings in Götzis heißen Jessica Ennis aus Großbritannien und Hans van Alphen aus Belgien, die mit den neuen Jahresweltbestleistungen von 6.906 (Siebenkampf) bzw. 8.519 Punkten (Zehnkampf) für Topleistungen sorgten. Rot-weiß-rote Überraschung war die 18-jährige Ivona Dadic, die mit 5.959 Punkten neuen ÖLV-Rekord aufstellte, EM- und Olympialimit (5.920 bzw. 5.950) knackte und bei ihrem Debüt im Mösle-Stadion wie ein Wirbelwind die Herzen des Publikums eroberte. 22 Athletinnen hatten an den zwei Tagen bei optimalen Bedingungen über 6.000 Punkte erreicht, im gesamt gesehen viertbesten Siebenkampf der Leichtathletik-Geschichte und mit der drittbesten Götzis-Leistung aller Zeiten meldete Ennis Anwartschaft auf Olympia-Heim-Gold an. Sie markierte neuen britischen Rekord (zuvor Denise Lewis mit 6.831) und setzte sich bei ihrem dritten Sieg bei diesem Meeting in Folge und mit dem besten Siebenkampf-Punktewert weltweit seit fünf Jahren vor der Russin Tatjana Tschernowa (6.774) und der Ukrainerin Ljudmilla Josipenko (6.501) durch.

Bestleistung verbessert

Dadic war als ÖLV-Rekordlerin im Fünfkampf und mit einer Siebenkampf-Bestleistung von 5.455 Punkten ins Ländle gereist. Das Gepäck auf der Heimfahrt wog ungleich schwerer, sie trug es aber mit einem großen Lächeln im Gesicht. Dadic erreichte auf einen Schlag ÖLV-Rekord, EM- und Olympia-Norm. Erstmals wird - vorbehaltlich der Nominierung - eine Österreicherin im Zeichen der Fünf Ringe am Siebenkampf teilnehmen. "Worüber ich mich am meisten freue? Dass ich meine Bestleistung verbessert habe", sagte die Athletin mit der idealen Mehrkampf-Statur, die zum Abschluss die sechstschnellste 800-m-Zeit lief. "Jetzt muss ich mich mit meinen Trainern zusammensetzen und beraten, wie wir die Saison anlegen", erklärte Dadic, die in fünf der sieben Disziplinen persönliche Bestleistungen erreichte und sich über 200 m und im Weitsprung auch für die Junioren-WM in Barcelona qualifizierte. Der österreichische Rekord von Sigrid Kirchmann stand seit 5./6. Oktober 1985 bei 5.944 Punkten, die schon mit dem neuen Speer aufgestellten 5.534 von Elisabeth Plazotta (2004 in Götzis) zählten offiziell nicht als Rekordmarke. Dadic ist somit beste Siebenkämpferin in der ÖLV-Historie.

Dadic, deren Eltern aus Kroatien stammen, wird von Michael Hager, der sie bei einem Wettkampf der 4. Klasse Volksschule als Siegerin über 60 und 200 m gesehen hatte und zum PSV Wels holte, und Landestrainer Wolfgang Adler betreut. "Mir ist gleich aufgefallen, dass sie sehr vielseitig ist. Aber in Götzis hat sie die Erwartungen bei weitem übertroffen", meinte Hager. "Ich habe mich heute so auf die 800 m gefreut. Auf den letzten 50 Metern hatte ich die Zeittafel im Blick und wollte nur noch so schnell wie möglich ins Ziel kommen", erzählte Dadic, die weiß, weshalb diese Leistung möglich war: "Ich habe Spaß am Training und das Ziel vor Augen."

Im Zehnkampf setzte sich Van Alphen mit belgischem Rekord knapp vor dem Niederländer Eelco Sintnicolaas (8.506) und dem Deutschen Pascal Behrenbruch (8.433) durch. Dominik Distelberger beendete den 1.500-m-Lauf nicht, kam als Gesamt-16. aber mit 6.926 Punkten in die Wertung. Er erbrachte nach seinem Bänderriss im Knöchel eine weitgehend ordentliche Leistungsbestätigung für die EM-Entsendung. Roland Schwarzl gab nach vier Disziplinen wegen eines muskulären Problems im Oberschenkel auf. Er wird beim Zehnkampf in Kladno versuchen, die Norm für die Kontinentaltitelkämpfe zu erbringen. Entwarnung gab es aus dem Krankenhaus Feldkirch. Der Brasilianer Carlos Chinin, der im Stabhochsprung bei der Landung an der Matte vorbei auf den Boden gekracht war, kam mit einer Ellbogenverletzung davon.


Brasilianer nach Sturz im Stabhochsprung ins Spital geflogen

Der Brasilianer Carlos Chinin ist am Sonntag beim Mehrkampf-Meeting der Leichtathletik in Götzis nach einem Sturz im Stabhochsprung ins Krankenhaus Feldkirch geflogen worden. Der 27-Jährige landete bei der Höhe von 4,16 m am Rande der Matte und krachte auf den Stadionboden. Beim Olympiateilnehmer von Peking, dessen Bestleistung bei 8.068 Punkten liegt, besteht Verdacht auf eine Ellbogenverletzung, außerdem wurde ihm zur Sicherheit eine Halskrause zur Stabilisierung angelegt.

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