Die Hantel gibt es auf Rezept
Verena Grundner ist angehende Ärztin und Staatsmeisterin im Gewichtheben. Gar kein Widerspruch, wie die 22-jährige Ennstalerin erklärt.

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Einfach traumhaft, wie Verena Grundner Gewichtheben und ihr Medizinstudium kombinieren kann: In der Nacht vor der gestrigen Prüfung auf der Uni hat sie schlecht geschlafen. Im Traum zoomte sich die 22-Jährige nach Brasilien, sah sich selbst bei Olympia 2016 in Rio als Gewichtheberin antreten. Und hing diesen Gedanken noch lange nach, als sie längst Richtung Universität unterwegs war.
Grundner ist vierfache Staatsmeisterin, zuletzt holte sie in Linz Silber. Das Training verlief aber "relativ eingeschränkt", wie sie erzählt. Das Studium der Medizin (und nebenbei noch etwas Sportwissenschaften) hatte in den letzten Jahren eindeutig Vorrang. Von ihren Bestleistungen ist sie weit entfernt. "Aber seit der Staatsmeisterschaft bin ich voll motiviert. Durch den Wettkampf habe ich wieder Blut geleckt", sagt Grundner, der auch der Nationaltrainer dringend empfohlen hat, ihr Potenzial doch wieder auszureizen.
Idealer Sport?
Medizinerin und Gewichtheberin? Was für Stirnrunzeln sorgt, ist für Grundner kein Widerspruch. "Gewichtheben ist ein idealer Sport. Man lernt viel über Konzentration und Koordination. Viele Kinder können heutzutage keinen Purzelbaum oder nicht Schnurspringen." Mit Holzhanteln und "viel, viel Techniktraining" könne man sich langsam an Gewichte herantasten. "Beim Kindertraining sind auch Weitspringen, Liegestütze und Kugelstoßen wichtige Bestandteile", weiß Grundner, die mit zwölf Jahren zu stemmen begann.
Wer sieht, wie sich bei der Elite die Stangen unter den bunten Scheiben biegen, kann erahnen, was Knie und Handgelenke aushalten müssen. "Natürlich droht eine unglaubliche Abnützung. Aber alle Sportarten mit extremer Kraftausdauer sind betroffen. Es geht immer um ein adäquates Maß", sagt die angehende Frau Doktor. Richtig gemacht sei Gewichtheben sogar sehr gesund: "Ausdauer, Schnellkraft, Beine, Bauch und Rumpf - damit stabilisiert man die Wirbelsäule extrem und beugt Bandscheibenvorfällen vor." Sie sieht aber auch genug falsche Beispiele: "Wenn einer nur zehn Minuten aufwärmt, wundert mich der Bänderriss nicht so."
Die Ziele
Im Jahr 2015 möchte Grundner das Studium abschließen, 2016 könnte sie bei Olympia sein. "Als Fernziel ist es nicht unrealistisch. Dazu müsste ich aber wieder vom Hobbytraining umstellen auf zwei Mal täglich und meine alten Bestleistungen um fünf, sechs Kilo steigern." Wie passend, dass Grundner dieser Tage zwecks neuer Trainingsmöglichkeiten bei einem Kraftklub in Eggenberg vorbeischauen will.
Features
Fakten
Verena Grundner, geboren am 24. Dezember 1989 in Schladming
Wohnorte: Niederöblarn, Graz
Verein: AK Öblarn
Beruf: Studentin (Medizin)
Sportart: Gewichtheben
Bestleistungen: 69 Kilogramm im Reißen, 84 Kilogramm im Stoßen
Erfolge: vierfache Staatsmeisterin, zweifache Vize-Meisterin, österreichische und steirische Titel
Ziele: U23-EM Ende November 2012, Quali für Olympia 2016
www.ak-oeblarn.at













