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Zuletzt aktualisiert: 20.03.2012 um 12:59 UhrKommentare

ÖOC-Jungwirth drohen bis zu zehn Jahre Haft

In der Affäre um das Österreichische Olympische Komitee steht mit 7. bis 9. der Termin für den Strafprozess: Geld sei unter anderem "in einen Reitstall, Dressurpferde und in einen aufwendigen Lebensstil geflossen", heißt es.

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Der 61-jährige ehemalige ÖOC-Generalsekretär Heinz Jungwirth und dessen seinerzeitige 49-jährige Stellvertreterin werden sich von 7. bis 9. Mai am Wiener Landesgericht wegen Untreue (Paragraf 153 StGB) verantworten müssen. Die Strafdrohung beträgt zwischen ein und zehn Jahren. Dem Schöffengericht wird Georg Olschak vorsitzen, die Anklage soll von einem Vertreter der Salzburger Staatsanwaltschaft vorgetragen werden.

Olympische Winterspiele 2014

Die Ermittlungen zu dem Fall hatte die Staatsanwaltschaft Salzburg geführt, weil diese bereits wegen der Ungereimheiten bei Salzburgs Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2014 tätig war. Im Zusammenhang mit der Salzburger Olympia-Affäre flogen auch die inkriminierten Malversationen beim ÖOC auf. Die Anklage wirft Jungwirth laut Barbara Feichtinger, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Salzburg, vor, in Summe rund 2,7 Millionen Euro durch Überweisungen und Barbehebungen "in die eigene Tasche gewirtschaftet" zu haben.

Die Gelder seien unter anderem "in einen Reitstall, Dressurpferde und in einen aufwendigen Lebensstil" geflossen, sagte die Staatsanwältin. Aber auch Angehörige seien unterstützt worden. Zudem habe Jungwirth auch Rechnungen an Dritte mit ÖOC-Geldern beglichen, etwa für Autoreparaturen. Jungwirths damalige Stellvertreterin hat sich laut Staatsanwaltschaft allerdings nicht persönlich bereichert. Ihr wirft die Anklagebehörde vor, Belege ungeprüft unterzeichnet zu haben. Dabei handle es sich um einen Gesamtbetrag von 356.000 Euro.

Ermittlungen seit Februar 2009

Die Salzburger Justiz hatte im Februar 2009 nach dem Bekanntwerden von finanziellen Ungereimtheiten bei der Bewerbung Salzburgs um die Winterspiele 2014 Ermittlungen aufgenommen, die später auf die dubiosen Geldflüsse beim ÖOC ausgeweitet wurden. Neben Jungwirth und dessen damaliger Stellvertreterin ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen die Bewerbungs-Chefs Fedor Radmann, Gernot Leitner und Rudolf Höller, Ex-ÖOC-Präsident Leo Wallner sowie zwei ÖOC-Kassiere und den Salzburger Strategie-Berater Erwin Roth.

Da sich bei den Ermittlungen einzelne Bereiche inhaltlich klar abtrennen lassen, wurde die Angelegenheit geteilt. In der Causa Olympia-Bewerbung Salzburg sind die Ermittlungen vorerst abgeschlossen. Der Anklage-Entwurf der Staatsanwaltschaft Salzburg wird derzeit im Justizministerium in Wien geprüft, teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit.

Es gilt die Unschuldsvermutung.


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