Umstrittene Niederlage: Huck an Powetkin gescheitert
Marco Huck ist Samstagnacht knapp daran gescheitert, erster deutscher Box-Weltmeister im Schwergewicht seit 80 Jahren zu werden. Das Urteil der Punktrichter sorgte für Kopfschütteln.

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Der 27-jährige aus Bosnien stammende Berliner verlor in Stuttgart nach Punkten (112:116,113:114,114:114) gegen WBA-Champ Alexander Powetkin, der extreme konditionelle Probleme hatte und gegen den deutschen Cruisergewichtsweltmeister beinahe k.o. gegangen wäre.
Das Urteil der Punktrichter sorgte deshalb nicht nur bei den meisten der 7.000 Zuschauer in der Halle für Unmut, sondern auch bei Boxexperten für Kopfschütteln. "Ich habe Marco vorne gesehen. Der große Verlierer dieses Kampfes ist der Ringrichter", meinte etwa die deutsche Ex-Weltmeisterin Regina Halmich.
Auch Huck-Trainer Ulli Wegener kritisierte den Unparteiischen, weil dieser das ständige Abtauchen von Powetkin mit dem Kopf nicht geahndet hatte. Der deutsche TV-Kommentator bezeichnete den 32-Jährigen deshalb sogar als "U-Boot". Powetkin hatte in der zweiten Kampfhälfte seinen Kopf praktisch ständig unten, um so der mehrmals drohenden K.o.-Niederlage zu entgehen.
"Käpt'n Huck", der sein Debüt im Schwergewicht gab und lediglich 95 kg - neun weniger als sein Kontrahent - auf die Waage brachte, verstand nach dem umstrittenen Punkturteil die Welt nicht mehr. "Der Typ kann nicht mal mehr stehen und wird zum Champion erklärt", lautete sein verärgerter Kommentar nach seiner zweiten Niederlage im 36. Profikampf.
Der weiterhin ungeschlagene Powetkin, der auch seinen 24. Fight erfolgreich beendete, gestand, dass er konditionell alles andere als auf der Höhe gewesen sei und seinen Rivalen sowie Sparring-Partner aus dem eigenen Sauerland-Stall auch unterschätzt habe. In Runde vier, sieben und zwölf hatte er jeweils schwer gewackelt, war aber von den ungestüm vorgetragenen Attacken des boxerisch limitierten Lokalmatadors nicht auf die Bretter geschickt worden.














