Eine Klasse für sich
Ob Schule, Musik, Sport oder Freizeit -die Volleyballerinnen aus Bad Radkersburg sind auf und abseits des Spielfelds eine Einheit und vielleicht bald erstklassig.

Foto © APASujet
Wenn sie sagen, sie sehen sich immer, dann sehen sie sich wirklich immer. "In der Schule, beim Training und bei den Spielen. Am Wochenende übernachten wir zusammen. Wenn wir kein Spiel haben, treffen wir uns auch", erzählt Birgit Schöttl (18). Die Topscorerin der zweiten Bundesliga Ost verbringt nur wenige freie Minuten ohne ihre Bad Radkersburger Volleyball-Kolleginnen Maria Witsch (18), Valentina Schwarzl (17), Corina Breuss (17), Lisa Stumberger (17) und Viktoria Pieberl (18). Wobei Kolleginnen stark untertrieben ist. "Wir sind beste Freundinnen und können uns nicht vorstellen, nicht gemeinsam Volleyball zu spielen", sagt Kapitänin Witsch.
Am Samstag können sie wieder Freundschaftspflege betreiben. Sie sitzen im Bus nach Wien, wo sie das erste Spiel für das Aufstiegs-Play-off zur ersten Bundesliga gegen Westwien bestreiten - als Landesliga-Aufsteigerinnen wohlgemerkt. Zu verdanken haben sie ihren Erfolg vor allem ihrem kritischen Trainer Janko Hochstätter. "Wenn man von ihm gelobt wird, war man wirklich gut", sagt Witsch.
Flöte als Ausgleich
Sollten sie den Aufstieg schaffen, wären sie der vierte steirische Erstligist. Ihr Ziel ist es jedoch nicht. Witsch: "Finanziell geht es sich noch nicht aus und wir haben keine geeignete Halle." Deswegen hält sich die Nervösität in Grenzen. "Ohne Druck spielen wir einfach besser", sagt Schwarzl. So wie gegen Westwien im Grunddurchgang. Wenige Stunden nach ihrem Maturaball fertigten sie den damaligen Tabellenersten mit 3:0 ab.
In ein paar Monaten wird der Druck steigen, wenn sie am Borg Bad Radkersburg maturieren - Stumberger im Sprachenzweig, der Rest in der Musikklasse. "Ich bin aber in jeder Pause bei den anderen", erzählt Stumberger. Und dann gibt es nur ein Thema: Volleyball. Musik ist für Schwarzl, Breuss, Witsch, Pieberl und Schöttl ein Ausgleich zum Sport. "Im Bus singen wir die Lieder aus dem Radio laut mit. Unser Trainer ist froh, wenn wir ankommen", erzählt Witsch.
Hochstätter ist auch froh, dass alle mit dem Ball besser umgehen können als mit ihren Musikinstrumenten. Breuss und Witsch entlocken ihren Flöten nämlich nicht gerne Töne. Schöttl und Schwarzl hingegen trumpfen groß auf: "Wir können auf der Sopran-, Tenor- und Altflöte spielen." Schöttl fügt schmunzelnd an: "Es hört sich gar nicht so schlecht an."
Alle unter einem Dach?
Ihre Freundschaft gibt es freilich schon länger als ihre Erfolge in der zweiten Bundesliga. Im Kindergarten haben sich die Bad Radkersburgerinnen kennengelernt. In der Hauptschule wurden sie eine Einheit. Da begann auch ihre sportliche Karriere. "Volleyball hat unsere Freundschaft gestärkt", sagt Breuss. Darum wollen die Südsteirerinnen noch mindestens ein Jahr für Bad Radkersburg spielen, auch wenn es sie fürs Studium nach Graz zieht. "Am besten, wir ziehen alle gemeinsam in ein Haus ein", sagt Schöttl. Dann würden sie sich wirklich immer sehen. . .















-Anzeigen