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Zuletzt aktualisiert: 19.01.2012 um 13:27 UhrKommentare

Eine bunte Erlebniswelt abseits der Medaillen

Olympische Spiele und trotzdem dreht sich nicht alles nur um Gold, Silber und Bronze.

Foto © GEPA

Bei den 1. Olympischen Weltjugendspielen (YOG) in Innsbruck steht auch das Kultur- und Erziehungsprogramm (CEP) im Mittelpunkt. Weit über 500 Anmeldungen von jungen Athleten gibt es für das bunte Unterhaltungsprogramm im Kongresshaus. Auch die Konzerte im Anschluss an die Medaillenfeier auf der Medals Plaza haben regen Zuspruch. Nach der gewonnenen Bronzemedaille im Teambewerb am Dienstag waren für die österreichischen Rodler rund um Miriam Kastlunger, die auch Gold im Einzel geholt hatte, die aktiven Spiele beendet. Trotzdem müssen sie, wie auch alle übrigen der 1.059 Athleten, bis zum Ende der Spiele bleiben, sich als Fan einbringen oder das Kulturprogramm in Anspruch nehmen.

So meldeten sich die sechs 16-jährigen Kufen-Spezialisten am Mittwoch zum Kochkurs an. Gemeinsam mit Athleten aus Bosnien-Herzegowina, Polen und weiteren Ländern durften sie Tiroler Schlutzkrapfen produzieren. Vom Nudelteig bis zur Pilz- und Kartoffelfülle. "Witzig, das Mal selbst zu produzieren", meinte Kastlunger, "und sie haben dann auch wirklich hervorragend geschmeckt." Und Doppelsitzer Lorenz Koller ergänzte: "Und sie sind wirklich mit viel Liebe gemacht." Ein Stockwerk höher wird zum Art-Projekt geladen, bei dem nicht nur die Athleten mitmachen können, sondern zu dem alle Innsbrucker Jugendlichen geladen werden. Hundert Trommler sorgen für Wirbel und eine Stunde versuchen sich US-Girls mit koreanischen Burschen im "Schuhplattln", während später Hip-Hop-Dance auf dem Programm steht. Workshops zum Internet mit Themen wie Social Media, Copyright oder Facebook-Risiken stehen ebenso auf dem Programm wie Video- oder Foto-Seminare, während Tiroler Schulklassen im Foyer in eigenen Ständen die 70 Teilnehmerländer präsentieren. Zudem machen das Internationale Olympische Komitee (IOC), das Rote Kreuz und die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) auf ihre Aktivitäten aufmerksam.

Am Abend nach den Medaillenfeiern wird dann auf der Medals Plaza so richtig abgerockt. Selbst bei minus zehn Grad amüsierten sich einige tausend Fans bei Russkaja oder Stereo MCs. "Unser Kultur- und Erziehungsprogramm wird voll angenommen, es ist ein großer Erfolg", betonte OK-Chef Peter Bayer. "Wir haben auch von IOC-Präsident Jacques Rogge großes Lob bekommen." Auch das Catering der Athleten, Trainer und Funktionäre findet im Kongresshaus statt. 4.000 Essen werden täglich ausgegeben. Doch die Weltjugendspiele sind nicht nur ein Fest für die Athleten und Volunteers, die mit ihren bunten Anoraks das Innsbrucker Stadtbild prägen, sondern auch für Tirols Kinder. Zur Schulsport-Challenge, bei der sich Schulklassen im Rahmen der Bewerbe selbst in den einzelnen Disziplinen wie Rodeln oder Biathlon messen können, haben sich 3.000 Schüler angemeldet.

Auch der Stromspar-Wettbewerb fand seine Anhänger. Für die Bewohner jenes Appartement im Olympischen Dorf (gerechnet nach Zahl der Athleten und Quadratmeter), die am wenigsten Strom verbrauchen, gibt es pro Athleten ein Smartphone. Die rot-weiß-roten Doppelrodler Thomas Steu und Lorenz Koller sowie David Gleirscher nahmen den "Wettkampf" von Beginn an Ernst. Statt Strom für Beleuchtung gibt es in deren Appartement nur Kerzen, selbst in der Dusche. Auf Laptops wird konsequent verzichtet. Nur bei den Handys schummeln sie, die werden bei den Nachbarn aufgeladen. "Eine völlig neue Erfahrung, die aber unheimlich Spaß macht", schilderte Koller. "Wenn wir schon nur Bronze im Rodeln geholt haben, da wollen wir jetzt Gold."


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