"Mein Leben ist nun langweilig"
Am Samstag startet in Südkorea die Leichtathletik-WM. 100-m-Weltrekordler Usain Bolt sollte wieder der Superstar sein. Obwohl der "Blitz" den Ruhm nicht immer genießt.

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Die Zeiten der Nuggets sind vorbei. Zumindest von jenen aus Hühnerfleisch. Gegen Goldklumpen hat Usain Bolt freilich nichts einzuwenden. Erzählte der 25-jährige Jamaikaner 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking mit jugendlichem Übermut davon, sich mit Fast Food den Bauch voll und die Nacht um die Ohren zu schlagen, so sind von ihm heutzutage und noch ein paar Weltrekorde später gereiftere Töne zu hören.
Sein Leben hat sich verändert, seit aus ihm der "Blitz" geworden ist. Bolt lebt das Leben eines seriösen Spitzensportlers, seine früheren Vorlieben gehören der Vergangenheit an.
"Muss ein Guter sein"
Die Kameras fangen jeden seiner Schritte ein, und dazu zählen nicht nur die 41, die er für seinen Weltrekord in Berlin über 100 Meter (9,58 Sekunden) benötigt hatte. Auch jene abseits der Bahn. "Ich muss nun ein Guter sein. Ich musste mehr Ernsthaftigkeit in mein Training und meinen Lebensstil bringen. Mein Leben ist dadurch aber auch langweiliger geworden", so Bolt in einem Interview mit dem Magazin "Runner's World." Also kein Bier, kein Fast Food und keine Partys mehr? "Nein. Ich kann mich nicht einmal erinnern, wann ich das letzte Mal Fast Food gegessen habe. Ich glaube vergangenes Jahr."
Kein Alkohol und früh ins Bett? "So muss es sein - aber ich mag es nicht", unterstrich Bolt. Gegessen wird zu Hause - von einem Angestellten frisch gekocht und nach einem strengen Plan. Gemüse kommt dabei nicht zu kurz, wie Bolt die Lippen verziehend anmerkte. Nun, vielleicht sind es ja doch die legendären "Trelawny"-Kartoffeln, die den 1,96 m großen und 94 Kilogramm schweren Mann so unfassbar schnell machen. Natürlich geht Bolt davon aus, auch in Südkorea das Sprint-Double zu holen. "Wenn ich einen guten Start erwische, wird es kein Problem für mich, ich denke, ich werde mit Leichtigkeit gewinnen. Wenn ich in meinen Laufschritt hineinkomme, glaube ich nicht, dass mich jemand erwischen kann."
Keine Weltrekorde
Rekordmarken schließt Bolt in Südkorea aber aus. "Es wird keine Rekorde hier geben. Mein Hauptziel ist, meine Titel erfolgreich zu verteidigen. Viele Leute wollen schnelle Zeiten, ich denke, 9,7 Sekunden sollten drinnen sein."Features
Die WM
Wann? Samstag, 27. August bis Sonntag, 4. September
Wo? Daegu/ Südkorea
Wer? Rund 2400 Athleten aus 207 Nationen
Entscheidungen: 47 (24 bei den Männern, 23 bei den Frauen)
Die Österreicher bei der WM: Elisabeth Eberl (Speerwurf), Beate Schrott (100 m Hürden), Gerhard Mayer (Diskuswurf), Andreas Vojta (1500 m)
Preisgeld-Verteilung: Gold 42.000 Euro, Silber 21.000 Euro, Bronze 14.000 Euro; Platz vier 10.500 Euro, Platz fünf 7000 Euro, Platz sechs 4200 Euro, Platz sieben 3500 Euro, Platz acht 2800 Euro
Gesamtdotation: 5,13 Mio. Euro
Weltrekordprämie: 70.000 Euro
WM im TV: Eurosport, ARD/ZDF übertragen an allen Tagen live (Finali zwischen 1.00 Uhr und 14.45 Uhr MESZ)













