Durchs wilde Wasser nach London
Herwig Natmessnig paddelte am Samstag in Frankreich zu seiner besten Weltcupplatzierung im Wildwasserslalom. Als Vierter erhob der Kärntner seinen Anspruch bei den Olympischen Spielen 2012 dabei zu sein.

Foto © GEPA/ArchivHerwig Natmessnig in Action
Als Zehnter konnte sich Herwig Natmessnig beim zweiten Kajak-Weltcupbewerb des Jahres auf der Durance bei L'Argentiere La Bessee (FRA) gerade noch für das Finale der besten Kajakfahrer qualifizieren. Um dann als Gesamt-Vierter, mit nur 1,8 Sekunden Rückstand auf Sieger Peter Kauzer (SLO) gleich noch eines draufzusetzen. "So ein Finale habe ich noch nie erlebt. Und mir ist an diesem Samstag wirklich alles gelungen", strahlte er im Ziel. Ein tolles Rennen durch schweres Wasser, ohne auch nur einmal an einer Torstange "anzuklopfen. Was dich ja hoffnungslos zurückwirft", erklärt der KVK-Athlet. Fehler werden bestraft und bei so geringen Abständen sind sie im Wildwasserslalom rennentscheidend. Zumal die Abstände in der Weltspitze im geringer werden. "In der Qualifikation lagen die besten 40 nur knapp vier Sekunden auseinander. Bei uns entscheiden mittlerweile Zehntelsekunden."
Kompliziertes Prozedere
Für Natmessnig war dieser vierte Platz ein erster Schritt auf dem langen Weg nach London, zu den Olympischen Spielen 2012. Als Erstes müssen die Österreicher (Natmessnig und Olbinger) einen Quotenplatz herausfahren. "Das Prozedere dafür ist ziemlich kompliziert. Ein 20. Platz sollte genügen und das ist für uns auch machbar", erklärt Natmessnig. Entscheiden werden dafür die Weltmeisterschaft in diesem Jahr im September in Bratislava, im nächsten Jahr die EM und die Weltcupstationen vor den Spielen. Und am Ende wird dann doch nur ein Österreicher dabei sein können, "denn es wird bei Olympia nur ein Platz pro Nation vergeben. So ist es ein langer, sehr beschwerlicher Weg dorthin."
Die Kanuten haben derzeit Hochsaison. Nächste Woche steht bereit der nächste Weltcupbewerb in Leipzig auf dem Programm. Und Ende Juli wird erstmals der künstliche Kanal im Olympiarevier von Lee Valley White Water Centre bei London begutachtet.
Features
Lexikon
Im Wildwassersport gibt es zwei Disziplinen: den Slalom und die Regatta. Olympisch ist aber nur der Slalombewerb. Erstmals ausgetragen im Eiskanal von Augsburg bei den Spielen 1972 (mit Norbert Sattlers Silbermedaille). Wegen der Wettkampfregeln werden die Bewerbe fast nur noch in künstlichen Kanälen ausgetragen. Ein teures Unterfangen für jeden Olympia-Ausrichter.
Gewertet wird die gefahrene Zeit. Für Fehler (z. B. Berühren einer Torstange) werden zwei Strafsekunden zur Fahrzeit addiert.
Slalomboote werden aus fiberglasverstärktem Kunststoff gefertigt und sind besonders wendig.













