"Ich habe einen Freund verloren"
Das Rennpferd "Amicelli Bianco" brach in Linz beim Casino-Grand-Prix zusammen und verstarb an einem Aorta-Riss. Die Steirerin Barbara Belousek trauert um ihr Spitzenpferd.

Foto © GEPABarbara Belousek auf Amicelli Bianco
Das Duo Barbara Belousek/Amicelli Bianco hat viele nationale und internationale Siege im Springreiten gefeiert, doch beim Casino-Grand-Prix in Linz brach über die regierende Team-Staatsmeisterin eine Tragödie herein. Amicelli Bianco verblutete nach einem Aorta-Riss in kürzester Zeit innerlich.
Wann haben Sie gemerkt, dass mit Ihrem Pferd etwas nicht stimmt?
BARBARA BELOUSEK: Amicelli Bianco hat im Ziel urplötzlich angefangen zu stolpern. Beim zweiten Stolperer habe ich gewusst, da passiert was Gröberes...
Sie wollten noch aus dem Sattel springen, sind aber unter Ihrem Pferd zum Liegen gekommen.
BELOUSEK: Ich war bis zum Becken eingeklemmt. Mein Kopf befand sich zwischen Amicellis Beinen. Er hat in seiner Panik natürlich wild gestrampelt. Zum Glück haben seine Hufe nur meinen Helm getroffen. Ich hatte wirklich unglaubliches Glück.
Ihre Bergung war dennoch nicht einfach?
BELOUSEK: Der Stadionsprecher in Linz hat die Leute aufgefordert, mir zu helfen. Aber erst drei Männern gemeinsam gelang es, mich zu befreien.
Ein Aorta-Riss - passiert das bei Pferden öfters?
BELOUSEK: Nein. Ein Aorta-Riss ist meist genetisch bedingt. Das kann bei einem zweijährigen Pferd genauso passieren wie bei einem 15 Jahre alten.
Amicelli Bianco musste vor sechs Monaten wegen einer Kolik operiert werden. Gibt es da vielleicht einen Zusammenhang?
BELOUSEK: Drei Tierärzte haben mir versichert, dass da kein Zusammenhang bestehen kann.
Sie sind nach dem tragischen Zwischenfall mit zwei anderen Pferden an den Start gegangen...
BELOUSEK. Das Ganze ist furchtbar für mich. Ich habe mit Amicelli Bianco einen Freund verloren. Ein Pferd ist ja keine Motocrossmaschine, die man einfach wegstellt. Dennoch kam ich zur Einsicht, das Turnier fortzusetzen. Ich denke da wie Niki Lauda, der nach seinem Feuerunfall auch so schnell wie möglich wieder in einem Rennauto sitzen wollte. Sofort wieder reiten - ich glaube, so kann ich das alles am besten verarbeiten.













