Frustriert, aber (noch) nicht verzweifelt
Die Wörthersee Piraten segeln von einer Pleite in die nächste. Nach neun herben Niederlagen soll schleunigst eine Verstärkung her.

Foto © GEPADie Wörthersee Piraten gegen die Oberwart Gunners
In der Saison 2000/01 waren die Wörthersee Piraten knapp daran, Basketball-Geschichte zu schreiben. In einer packenden Finalserie unterlag man Kapfenberg hauchdünn mit 2:3. Seither hat sich einiges geändert. Die "Seeräuber" sind heute gefürchtet wie Schmusekatzen. Nach neun Niederlagen regiert der Frust. Dennoch übt sich Trainer Joachim Buggelsheim in Durchhalte-Parolen: "Wir müssen schleunigst schauen, wie wir den Anschluss finden können. Die Lage ist noch nicht hoffnungslos."
Noch am Sonntag, direkt im Anschluss an die 65:87-Niederlage in St. Pölten, kontaktierte Buggelsheim diverse Spieleragenten. Ein Point Guard soll her. "Die Hochkaräter sind leider weg vom Markt. Und vom Budget sind wir ebenfalls limitiert", sagt Buggelsheim, für den Rücktritt (noch) kein Thema ist: "Ich bin keiner, der davonläuft." Zudem hält Piraten-Obmann Günther Offner am Trainerteam fest: "Auch ein NBA-Trainer könnte nicht mehr herausholen." Ob Offner selbst amtsmüde ist? "Der Obmann-Job ist mit meinem Beruf eigentlich nicht mehr vereinbar. Aus Zeitgründen", wie Offner betont. Sollte sich ein geeigneter Nachfolger finden, würde er sein Amt zur Verfügung stellen. Warum die Piraten nicht konkurrenzfähig sind, hat mehrere Gründe.
Der Kader: Obwohl die Legionäre Erik Rhinehart und Thomas Kennedy besser sind als jene der Vorsaison, verlor der Kader an Qualität. Die Abgänge von Rasid Mahalbasic (Fenerbahce), Sebastian Schaal (Graz) und Joachim Buggelsheim (Karriereende) schmerzen. Die heimischen Talente zeigen nur im Training, was sie können. Im Match agieren sie mitunter wie aufgeschreckte Hühner.
Das Budget: Mit rund 150.000 Euro Budget zählen die Piraten zu den Armenhäuslern der Liga. Etwa 60.000 Euro finanzieren das Land und die Stadt Klagenfurt. Hauptsponsor Kelag zahlt eine niedrige fünfstellige Summe, Präsident und Mäzen Franz Sumnitsch ist noch immer überlebensnotwendig. Der Rest kommt von Kleinsponsoren. Zum Vergleich: Fürstenfeld verfügt über ein drei bis vier Mal höheres Budget.
Das Vorbild: Wie es geht, zeigt der UBSC Graz. Die vergangenen drei Spieljahre beendeten die Steirer stets hinter den Piraten. Heuer überraschen die Grazer, liegen auf Platz fünf und zeigen, dass man mit vier Toplegionären die "Großen" ärgern kann.
Die Zukunft: Die Piraten erarbeiten zurzeit ein Konzept, das eine bessere Zukunft garantieren soll. Halten aber sportliche Talfahrt und Finanznot an, droht die zweite Liga. Zudem könnten die Piraten auf kurz oder lang am - von der Bundesliga angedachten - Lizenzierungsverfahren scheitern.













