Stratos-Projekt von Felix Baumgartner gestoppt
Das Stratos-Projekt des Extremsportlers Felix Baumgartner ist vorläufig gestoppt worden, wie es in einem Statement von Red Bull heißt. Ein Rechtsstreit in den USA ist der Grund für die vorläufige Aussetzung.

Foto © APAFelix Baumgartner
Seit Jahren bereitet sich der Salzburger Extremsportler auf seinen Sprung in die Stratosphäre vor, jetzt muss der 41-Jährige den Traum vom Rekord vorläufig auf Eis legen. Wie Red Bull am Dienstagabend in einem Statement bekanntgab, sorgte ein rechtlicher Streit in den USA für die vorläufige Aussetzung des Projekts. Ein Amerikaner beansprucht Rechte an dem "Red Bull Stratos" und reichte zu Beginn dieses Jahres bei einem kalifornischen Gericht eine Multi-Millionen-Dollar-Klage ein. Red Bull entschloss sich daraufhin, das Stratos-Projekt vorläufig abzubrechen.
"Red Bull hat sich im bisherigen Umgang mit Herrn H. stets einwandfrei verhalten und sich aufgrund dieser Klage dazu entschieden, das Projekt zu stoppen, bis der Fall geklärt ist", hieß es vonseiten des Unternehmens. "Ungeachtet der Tatsache, dass es in den vergangenen 50 Jahren schon etliche erfolglose Versuche gab, den Rekord von Colonel Joe Kittinger einzustellen, und dass bereits andere Personen mit Red Bull zusammenarbeiten wollten, um diesen 1960 aufgestellten Rekord zu brechen, beansprucht der Amerikaner H. Rechte an dem Projekt (...)."
Baumgartner hatte geplant, mit einem Ballonflug 36 Kilometer in die Stratosphäre aufzusteigen und im freien Fall in Richtung Erde zu springen. Zum ersten Mal hätte er so Überschallgeschwindigkeit erreicht und gleichzeitig wertvolle wissenschaftliche Daten geliefert. Der Extremsportler bereitet sich seit Jahren auf das Projekt "Red Bull Stratos" vor, ein Team mit Experten hat ihn dabei unterstützt.
Mehrere Testreihen hatte Baumgartner in den USA bereits absolviert, um sich an sein Equipment zu gewöhnen. Unter anderem unternahm er Bungee-Sprünge in Druckanzug und mit Helm auf einem verlassenen Jahrmarkt-Gelände aus einem in gut 60 Metern Höhe an einem Kran befestigten Korb.
Der Sprung wäre nicht ungefährlich gewesen: Auf Höhe von 36 Kilometern nach dem Absprung sollte der Salzburger die Spitzengeschwindigkeit von etwa 1.110 km/h erreichen. Ermöglicht wird die Beschleunigung durch den extrem niedrigen Luftdruck in der Stratosphäre. Allerdings: Ab etwa 18 Kilometer über dem Boden bringt der abfallende Druck durch Dampfblasen das menschliche Blut im Körper zum Kochen. Außerdem herrschen Temperaturen von bis zu minus 56,6 Grad und ein niedriger Sauerstoffgehalt - Bedingungen, unter denen ein Mensch nicht überleben kann.













