Ein Sport hofft auf den großen Jackpot
Brasilien holte in Rom Gold. Österreichs Delegation präsentierte sich dabei mit seiner Heim- EM 2011.

Foto © APADie Momente des Sieges. Brasilien holt Gold und beherrscht weiter die Volleyballwelt
Brasiliens Volleyball-Stars lagen sich in den Armen und rutschten am Bauch über das Parkett. Nur Augenblicke zuvor hatte 2,12-Meter-Hüne Vissotto im Weltmeisterschafts-Finale in Rom mit einem knallharten Smash den Titel fixiert, es war der dritte in Folge. Ausgerechnet in der Arena "PalaLottomatica", deren Namensgeber eine der weltgrößten Lottogesellschaften ist, knackten die Südamerikaner ihren "Dreifach-Jackpot" und besiegten Kuba 3:0. Wobei der Triumph weniger mit Glück als vielmehr mit Können zu tun hatte.
Unter den 13.000 Zuschauern klatschte auch eine Delegation aus Österreich Beifall. An der Spitze Verbandspräsident Peter Kleinmann und Neo-Teamchef Michael Warm. Obwohl Stammgäste bei Großereignissen, war die WM selbst für sie ein besonderes Ereignis. Das Duo präsentierte der Weltpresse die Herren-EM 2011 in Wien, Innsbruck und den tschechischen Städten Prag und Karlsbad (10. bis 18. September). Bis dahin wartet aber jede Menge Arbeit.
"Ziel ist es, bei den Österreich-Spielen jeweils 10.000 Zuschauer in die Wiener Stadthalle zu locken. Dafür müssen die Leute den Sport kennelernen", sagt Kleinmann. Österreich wirbt mit dem Slogan "Volleyball - Stark. Unterschätzt". Damit will man einerseits ausdrücken, dass der Sport von 900 Millionen Menschen gespielt wird. Kein Sport hat mehr Aktive. Zum anderen geht es darum, das gängige Randsport-Image zu widerlegen.
Punkto Organisation bleibt Kleinmann locker: "Da ist Österreich spitze. Wir haben bereits eine Volleyball-EM organisiert, dazu Finalturniere in der Champions League." Bedenklich ist nach wie vor die Infrastruktur. Es gibt nur vier Hallen, die den internationalen Anforderungen zur Gänze entsprechen.
Zum Sportlichen: "Dynamik, Athletik und Technik der Athleten werden immer besser. Das hat die WM gezeigt. Wir könnten zwei, drei Ballwechsel auf diesem Niveau spielen, müssten es aber schaffen, diese Leistung auf eineinhalb Stunden auszudehnen", betont Warm. Die ersten Schritte wurden gesetzt. Das Nationalteam spielt gegen die Klubs der Mitteleuropa-Liga. "Jeder Teamspieler muss zudem den Ehrgeiz mitbringen, sich ständig zu verbessern", fordert der Teamchef. Nur dann könne man in einer der vier Vierergruppen den angestrebten dritten Platz schaffen. Dieser würde zum Aufstieg in die Zwischenrunde berechtigen. Dafür müsste Historisches gelingen - ein Sieg. Dieser blieb bei der einzigen EM-Teilnahme 1999 und ebenfalls zu Hause versagt.
Kleinmann blickt über die EM hinaus: "Diese Veranstaltung ist nicht das Ende, sondern soll der Startschuss für die Zukunft sein." Würde es gelingen, Nachhaltigkeit zu erwirken, wäre die Europameisterschaft mehr als ein Glücksfall. Quasi ein Jackpot für den ganzen Volleyballsport. Auf Glück muss Österreich am 21. Oktober hoffen. Da werden in Prag die EM-Gruppen ausgelost.













