An Gold denkt der Goldene bei der WM nicht
Der schwergewichtige Olympiasieger Matthias Steiner kämpft am Sonntag bei der Weltmeisterschaft der Gewichtheber in Antalya um Medaillen.

Foto © GEPAMatthias Steiner
Hilfe, meine Gold-Kraft ist weg!" Mit dieser drastischen Schlagzeile schickte dieser Tage Deutschlands Boulevard-Zentralorgan "Bild" Olympiasieger Matthias Steiner zur WM der Gewichtheber ins türkische Antalya, wo er am Sonntag an der Reihe ist. Matthias Steiner, dieses Bröckerl mit österreichischen Wurzeln, der in Peking 2008 mit der wohl emotionalsten Siegerehrung Sportgeschichte schrieb, soll nur noch ein Schatten seiner selbst sein. Verweichlicht durch das süße Leben nach dem Triumph und mangelndes Training? Ganz so schlimm ist es freilich nicht.
Steiner ist immer noch ein Schwergewicht, holte heuer schon EM-Bronze und visiert auch bei der WM eine Medaille an. Aber Steiner hat auch ein Problem: "Ich bin wie ein PS-starkes Auto, das seine Kraft nicht auf die Straße bringt. Die Kraftwerte sind gut, aber in meine Technik haben sich Fehler eingeschlichen." 440 Kilogramm, so schätzt der gebürtige Obersulzer, könnte er im Zweikampf in die Höhe bringen. 440 Kilogramm, damit wäre er bei der letzten WM Dritter geworden. Das wären auch um 14 Kilogramm mehr als bei der EM in Minsk im Frühjahr. Aber 440 Kilogramm wären noch immer um 21 Kilogramm weniger als beim Olympiasieg. Sorgenfalten sind auf der Stirn des 27-Jährigen dennoch nicht zu erkennen, denn er beharrt darauf: "Ich bin im Plan." Im Plan für Olympia 2012 in London. Das große Ziel von Steiner, der sich im Jahr nach seiner Goldenen einer Leisten-operation unterzog, WM und EM ausließ, ein Buch schrieb, die TV-Moderatorin Inge Posmyk ehelichte und Vater wurde. Aber in Antalya stemmt er wieder Gewichte.













