EM-Doppelsieg für Österreich im Vorstieg: Eiter vor Ernst
Angela Eiter hat bei den Sportkletter-Europameisterschaften die Goldmedaille im Vorstieg geholt, ihre Landsfrau und amtierende Weltmeisterin Johanna Ernst sicherte sich Silber.

Foto © GEPAAngela Eiter
Großer Jubel hat im österreichischen Team am vorletzten Tag der Sportkletter-Europameisterschaften bei den Vorstiegbewerben in Imst geherrscht: Durch Angela Eiter und Johanna Ernst gab es bei den Damen am Freitag einen Doppelsieg. Den Supertag komplettierte der Innsbrucker Jakob Schubert mit Bronze. Der Medaillenregen könnte am Samstag im Boulder-Wettkampf in Innsbruck prolongiert werden. Die 24-jährige Lokalmatadorin Angela Eiter, die nur vier Kilometer von Imst entfernt in Arzl wohnt, dominierte diese Europameisterschaften. Sie kletterte nicht nur in der Qualifikation zweimal top, sondern auch im Halbfinale. Im Finale zeigte Eiter kaum Schwächen, durchquerte alle schwierige Stellen. Am vorletzten Griff vor der Spitze rutschte Eiter zwar aus, doch Gold war ihr da schon lange sicher.
Eiter selbst realisierte ihre Leistung vor 3.000 begeisternden Zuschauer, die sie frenetisch in die Höhe trieben, als sie am Seil baumelnd zurück von zwanzig Metern Höhe zurück auf den Boden kam. Lächelnd und stolz verneigte sich der kleine blonde "Floh" vor ihren Fans. "Einfach unglaublich! Das ist der letzte Titel, der mir in meiner Sammlung noch gefehlt hat", stammelte die Ex-Weltmeisterin nach dem Sieg.
"Ich bin nur noch glücklich"
Auch ihre Teamkollegin Ernst strahlte und gratulierte Angela locker, immerhin gab es für den 17-jährigen Shooting-Star EM-Silber, nachdem sie bei den Weltmeisterschaften im Vorjahr und bei den EM-Titelkämpfen 2008 Gold geholt hatte. Dabei hatte Ernst, die nach einer schweren Sprunggelenksverletzung drei Monate kaum trainieren hatte können, zu Beginn ihrer Route große Schwierigkeiten. "Die Griffe waren mir zu weit", bekannte Ernst, die in der letzten von den acht Minuten ihren Turbo zündete, und wie eine Speed-Kletterin durch die überhängende Wand raste. "Ich bin nur noch glücklich", sagte Ernst. Den österreichischen Erfolg komplettierte Barbara Bacher als Achte, die damit wichtige Punkte für die Kombinationswertung machte.
Zuvor schon hatte Juniorenweltmeister Schubert für die erste Medaille für Rot-weiß-rot gesorgt. "Es war einfach unglaublich geil", sagte der 20-jährige Tiroler, nachdem er am fünftletzten Griff im Vorstieg ausgerutscht war. Dabei pushte Schubert knapp vor seinem Ausscheiden noch das Publikum, das seine Show im strömenden Regen mit Applaus bedachte. Dass es nicht zu höherem Edelmetall gereicht hatte, ließ den dreifachen Nachwuchsweltmeister kalt, er jubelte über Bronze: "Meine erste Medaille bei den 'Erwachsenen' - das ist toll, einfach nur cool. Ich war auch überhaupt nicht nervös." Wobei Schubert auch sagte, er habe profitiert, dass er als Zweiter (Siebenter nach dem Halbfinale) an den Start ging: "Ich konnte vorlegen, die anderen mussten sich an mir orientieren."
Mit "Blech" musste sich Ex-Europameister David Lama begnügen. Eine Platzierung, die er mit gemischten Gefühlen aufnahm: "Zum einen war ich schon zufrieden mit dem Erreichen des Finales. Zum anderen ärgere ich mich, dass es so knapp an einer Medaille vorbeiging." Nur fünf Griffe fehlten Lama, der inzwischen vermehrt im echten Fels unterwegs ist, zu einer Medaille. Knapp nach der letzten Kante rutschte er ab. "Ich habe mein Maximum abgerufen", bekannte er. Der Sieg ging an den spanischen Ex-Weltmeister Ramon Julian Puigblanque. Der Routinier schaffte zwei Griffe mehr als der Tscheche Adam Ondra, der es in der Qualifikation und im Halbfinale als Einziger bis nach ganz oben geschafft hatte.
Die Europameisterschaften werden am Samstag in Innsbruck mit den Bouderbewerben abgeschlossen. Um 13.30 Uhr beginnt das Halbfinale im Bouldern, das Finale steigt ab 18.30 Uhr. Österreich ist noch mit fünf Teilnehmern vertreten. Die Damen werden von Ex-Weltmeisterin Anna Stöhr angeführt, die Herren von Kilian Fischhuber.













