Klitschkos problematischer Sieg
Wladimir Klitschko ist weiterhin Box-Weltmeister im Schwergewicht. Wladimir Klitschko verteidigte gegen Samuel Peters seine Titel. Jetzt gehen dem Schwergewicht aber die Gegner aus.

Foto © AP I Martin MeissnerTitelverteidiger Wladimir Klitschko und Samuel Peter
Rechter Haken, Gerade, linker Haken, Bewusstlosigkeit: Nach 1:22 Minuten krachte Samuel Peters auf den Ringboden und blieb minutenlang reglos liegen. Wladimir Klitschko hatte ihm vor 40.000 Zusehern in der Frankfurter Commerzbank-Arena das finale Feuerwerk an Faustschlägen verpasst. Mit dem Sieg durch technisches k.o. in der zehnten Runde verteidigte der Schwergewichts-Champ seine Titel nach IBF-, WBO- und IBO-Version erfolgreich.
"Er hat wahnsinnig viel eingesteckt und nie aufgegeben", zollt Klitschko dem Nigerianer dennoch Respekt. Eine noble Geste, denn Peters war völlig chancenlos und ein Schatten seiner Selbst. Noch vor fünf Jahren waren die Rollen anders verteilt. In Atlantic City schlug Peters, der von 2006 bis 2008 den WBC-Weltmeistertitel hielt, Klitschko, damals in einem traumatischen Tief, dreimal zu Boden. Der 34-Jährige stand am Rande einer Niederlage, ehe er am Ende doch noch nach Punkten gewann.
Ringrichter hatte Mitleid
Diesmal war alles anders. Nur der Ringrichter verhinderte ein klassisches Knockout. Er brach den Kampf noch bevor Peters am Boden aufschlug ab und verzichtete darauf den schwer getroffenen Afrikaner anzuzählen, wohl wissend, dass dieser ohnehin nicht mehr rechtzeitig aufstehen würde. "Mich interessieren die Statistiken nicht. Meine Verantwortung ist es, die Boxer zu schützen", rechtfertigte der amerikanische Referee Robert Bryd seine Entscheidung.
So schön der Sieg für Klitschko war, so problematisch ist er für den Boxsport. Denn attraktive Gegner sind rar. Gegen seinen Bruder Vitali wird er nie in den Ring steigen. Bleiben noch Weltmeister David Haye und der Russe Alexander Powetkin. Aber mit den beiden wird derart unerbittlich um Verträge gefeilscht, dass die Kämpfe immer unwahrscheinlicher werden.














