IOC-Chef Rogge: Wett-Manipulation gleich schlimm wie Doping
Als Hauptsorge nannte Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), am Donnerstag die wachsende Zahl illegaler Wettfirmen. Vor allem in Asien könnten sich Portale Zugriffen entzeihen.

Foto © GEPAIOC-Chef Jacques Rogge
Für IOC-Chef Jacques Rogge sind Wett- Manipulationen inzwischen ein genauso großes Problem für den Sport wie Doping. "Das ist weitaus umfangreicher als es erscheinen mag. Ja, absolut", sagte Rogge in Brüssel. Der Belgier forderte daher eine verstärkte Zusammenarbeit des Sports mit Polizei und Justiz.
Den Kampf gegen Wettkriminalität sieht Rogge noch am Anfang. "Ich fürchte, wir sind in der Situation, die wir zuvor schon beim Doping hatten. Die Leute wussten, es gibt Doping, aber der Umfang war nicht erkennbar. Heute können wir Doping bemessen. Wir müssen das auch bei illegalen Wetten können", erklärte der IOC-Chef.
Hotspot Asien
Vor allem von Asien aus gesteuerte Wett-Portale im Internet könnten sich der Überwachung und dem Zugriff noch immer entziehen. "Sie erscheinen im Netz, dann verschwinden sie wieder, sie verändern sich", meinte der 68-Jährige. Die Hintermänner dieser Seiten seien unbekannt, auch ihr tatsächlicher Einfluss auf Sport-Wettbewerbe sei nicht erkennbar. "Das könnte ein Doppelfehler im Tennis sein, ein ungültiger Wurf im Cricket, der erste Eckstoß im Fußball", sagte Rogge.
In jüngster Zeit hatten immer wieder Wettskandale für Aufsehen gesorgt. Auch im deutschen Fußball waren zuletzt mehrfach versuchte Manipulationen aufgedeckt worden. In dieser Woche wurde das internationale Cricket durch Vorwürfe gegen drei Spieler aus Pakistan erschüttert, die ein Match gegen England durch absichtliche Fehlwürfe beeinflusst haben sollen. Sie bestreiten den Betrug, wurden vom Internationalen Verband (ICC) aber gesperrt.













