Homosexuelle Sportler vs. Angst vor dem Coming-out
Im Jahr 2010 wird bei den Olympischen Spielen das Wort Akzeptanz groß geschrieben: Schwule und lesbische Sportler haben in Vancouver erstmals einen offiziellen Treffpunkt.

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Das Thema Homosexualität ist im Sport auch zu Zeiten von Olympia noch immer ein großes Tabuthema. Nur selten bringen schwule und lesbische Sportler den Mut auf, sich öffentlich zu outen. Zu unvorhersehbar sind die Reaktionen ihrer sozialen Umfelder.
Immerhin wagten bei den Frauen einige aktive Sportlerinnen bzw. Olympia-Teilnehmerinnen, wie etwa die niederländische Eisschnellläuferin Ireen Wüst oder die schwedische Eishockey-Spielerin Erika Holst, den mutigen Schritt zum öffentlichen Outing. Auf Seiten des männlichen Geschlechts: Fehlanzeige. Bis auf Brendan Burke - Sohn von Brian Burke, dem Manager des US-Amerikanischen Eishockey-Nationalteams. Ja, Sie haben richtig gelesen: Eishockey! Gerade in jener Sportart, in der es scheinbar keinen Platz für "nicht-männliche" Attribute gibt.
Treffpunkt für Schwule und Lesben
Tragischerweise kam Brendan am 5. Februar im Alter von 21 Jahren bei einem Autounfall ums Leben. Jener junge Mann aus Vancouver, der nur wenige Tage später bei Olympia für mehr Toleranz für homosexuelle Sportler eintreten wollte. Jener begabte Keeper des Eishockey-Teams der Universität von Miami, der mit seinem Outing vor ein paar Monaten für heftige Diskussionen gesorgt hatte und zur neuen "sportlichen" Hoffnung der Gleichberechtigung geworden war.
Um sich nicht mehr verstecken zu müssen, gibt es nun in Vancouver das "Pride House" - den ersten Treffpunkt für homosexuelle Sportler und Fans in der Geschichte der Olympischen Spiele. Dort hätte auch Brendan Burke ein Plädoyer halten sollen - im Rahmen der größten Sportveranstaltung der Welt. Es wäre ein Auftritt mit Signalwirkung gewesen. Denn noch immer ist für Homosexuelle in der Welt des Sports anscheinend kein Platz.
Das Outing danach
"Ich habe mir auf jeder Wettkampfreise genau überlegt, was ich wem erzähle. Jede Leichtsinnigkeit hätte bestraft werden können", erklärt etwa der kanadische Ex-Schwimmer Mark Tewksbury – Olympiasieger 1992 über 100 Meter Rücken – der sich wie viele erst nach ihrer aktiven Karriere outete.
Der Gründer des "Pride House", Dean Nelson, hat ein klares Ziel vor Augen: "Wenn wir die Menschen zum Nachdenken und Reden animieren, ist das Erfolg genug. Die Gesellschaft bewegt sich langsam." Wollen wir hoffen, dass es nach Olympia 2010 schneller geht...
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Fakten
Geht man davon aus, dass , rund zehn Prozent, der Bevölkerung homosexuell sind, müssten rund 250 Schwule und Lesben, in den Olympischen Dörfern untergebracht sein. Zu ihrer Homosexualität bekannt haben sich vier. In 14 der 82 teilnehmenden Ländern steht Homosexualität unter Strafe, in zwei droht die Hinrichtung.
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Brendan BurkeFoto © AP













