ÖLV will mit Freiluft-EM in Barcelona neu durchstarten
Mit Helmut Baudis als neuem Generalsekretär und großen Zielen bei den Freiluft-Europameisterschaften von 26. Juli bis 1. August in Spanien will der ÖLV neu durchstarten.

Foto © GEPAGerhard Mayer
"Es geht definitiv aufwärts. In Barcelona wird sich die österreichische Leichtathletik schon ganz anders in Szene setzen, weil wir dort hoffentlich mit deutlich mehr als zehn Athleten am Start sind", erklärte der 33-jährige Wiener, der auch die Installierung von weiteren hauptamtlichen Trainern, projektbezogene Förderungen und die Doping-Prävention vorantreiben will.
Aufwärtstrend
Nach Rücktritten von Topathleten und mehreren Dopingfällen war die heimische Leichtathletik sportlich und vom Image her an einem Tiefpunkt angelangt, der im Vorjahr eingesetzte Aufwärtstrend, der in einem achten Platz von Diskuswerfer Gerhard Mayer im WM-Finale von München gipfelte, soll nun prolongiert werden. "Und die EM ist sicher die Möglichkeit, wo wir uns am besten präsentieren können, wir freuen uns auch, dass sie künftig alle zwei Jahre ausgetragen wird", sagte Baudis im Gespräch mit der APA - Austria Presse im Rahmen der Auszeichnung der Leichtathleten des Jahres am Montagabend. Den "Goldenen Emil" nahmen Mayer und Langstrecken- und Bergläuferin Andrea Mayr in Empfang.
Ein großes Ziel für Barcelona ist auch, ein rot-weiß-rotes Marathonteam der Männer an den Start zu bringen, denn im WM-Rennen geht es auch um die Europacupwertung. Kandidaten sind neben Günther Weidlinger auch Roman Weger, Markus Hohenwarter und Christian Pflügl. Dann könne man, so Baudis, auch Nationen wie Deutschland fordern. "Es wird wichtig sein, dass unsere Leute in Barcelona ihre Leistung bringen, dann sind sie auch weit vorne", meinte Baudis ganz generell. Im Speziellen traut er Weidlinger sogar einen Podestplatz zu. "Bis zur Medaille ist alles möglich, er ist mit seiner Zeit Top Ten in Europa und zählt damit zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten."
Potenzial
Baudis war seit 2005 als Schriftführer im ÖLV-Vorstand, während des Sportstudiums absolvierte er Lehrwart- und Trainerausbildung und war Nachwuchssportwart im niederösterreichischen Verband. Es sei "eine große Verantwortung und ehrenvolle Aufgabe", einen der größten Sommersportverbände als Generalsekretär zu leiten, eines der Ziele sei es, die Leichtathletik als Grundsportart besser zu etablieren, auch in den Schulen. Den "erfolgreichen und sehr gut etablierten Schwimmverband" nannte Baudis als Vorbild: "Wir haben durchaus Potenzial, in ein paar Jahren dorthin zu kommen."
Die Finanzierung von zwei neuen hauptamtlichen Trainern neben Leo Hudec, Christian Röhrling und Herwig Grünsteidl steht, in Salzburg gibt es ein Angebot an Rana Reider (USA), für Vorarlberg ist der Deutsche Sven Benning bereits fix. Baudis: "Das sind wichtige Schritte, das Ziel muss sein, auch in Bundesländern wie Steiermark und Kärnten über Bundesfinanzierung und Teilfinanzierung über Länder hauptamtliche Trainer zu bekommen." Gefördert werden derzeit auch zwei Projekte, eines im Nachwuchsbereich mit speziellem Fokus auf Olympia 2016 und eines für die Sommerspiele 2012.
Verbessern möchte der Verband auch die Kommunikation mit den eigenen Athleten, um sie in der Trainingsarbeit und Wettkampf-Planung noch besser unterstützen zu können. Und auch in der Anti-Doping-Arbeit hat der ÖLV noch Aufholbedarf. "Wir wollen im Anti-Doping eine Vorreiterrolle einnehmen unter den Fachverbänden und neben den Angeboten der NADA auch selbst Maßnahmen im Präventionsbereich setzen, Bewusstseinsbildung und Eigenverantwortung stärken. Leichtathletik ist leider eine dopinggefährdete Sportart, deshalb ist es umso wichtiger, dass wir da eine ganz klare Stellung beziehen." Baudis ist wie sein Vorgänger als Generalsekretär, Roland Gusenbauer, auch Anti-Doping-Beauftragter im Verband. Auf dem Verbandstag im April sollen die Anti-Doping-Bestimmungen "deutlich verbessert" werden. "Als ASKÖ-Jugendreferent habe ich mich mit Fair-Play-Fragen auseinandergesetzt, einerseits Anti-Diskriminierung, andererseits Anti-Doping. Ich weiß auch viel, was im Präventionsbereich im Ausland passiert", fühlt er sich gewappnet.













