Hypo NÖ kämpft um Zugehörigkeit zur Champions League
Seit dem Jahr 2000 laufen die Handballerinnen von Hypo Niederösterreich ihrem neunten Triumph in der Champions League hinterher.

Foto © APA"Das Schreien kann man keinem der Zuschauer verbieten"
Das Unternehmen "Go for nine" ist in dieser Saison ins Wackeln geraten. Nur ein Heimsieg am Freitag (20.15 Uhr/live ORF Sport Plus) im "Endspiel" der Gruppe B gegen Pool-Sieger Krim Laibach sichert den Südstädterinnen die weitere Zugehörigkeit zur "Königsklasse". Als Gruppendritter müsste Hypo ins Achtelfinale der Cupsieger wechseln. Gefahr droht im Parallel-Spiel zwischen Metz HB und Aalborg DH durch die einen Zähler hinter dem ÖHB-Meister lauernden Französinnen. Die Lothringerinnen wären bei Punktegleichheit auf dem zweiten Aufstiegsplatz, weil sie in den direkten Duellen (27:27/auswärts und 28:26/heim) die Nase vorne haben. Hypo ist für Aalborg diesbezüglich außer Reichweite und zumindest sicherer Dritter.
Auf der Tribüne
Die Zuversicht im gelb-blauen Lager ist jedenfalls nach außen hin größer als die Angst vor einem Scheitern. "Wir haben die Sloweninnen im Sommer schon geschlagen. Bringen wir unsere Leistung, die wir können, dann können wir wieder gewinnen. Die Möglichkeit lebt jedenfalls", glaubt Managerin Karin Prokop, deren gesperrter Vater wie am vorigen Wochenende gegen Aalborg DH wieder unter den Besuchern auf der Tribüne sitzen wird. "Das ist ganz wichtig, damit die Mannschaft hin und wieder Gunnars Stimme hört. Das Schreien kann man keinem der Zuschauer verbieten", sagte Karin Prokop, die zugab, dass die Spielerinnen in den ersten zwei Auswärtsspielen ohne den durch die EHF gesperrten "Chef" verunsichert gewirkt hätten. Trainer Feri Kovacs sprach von einer 50:50-Chance seiner Schützlinge. Für Krim sei das Spiel bedeutungslos, vielleicht sei der Gegner nicht so konzentriert und motiviert.
Im Hinspiel in Laibach (24:35) habe Hypo nicht gut gespielt, aber trotzdem geführt, erinnerte sich der Ungar. "Doch wir haben dann in sechs Minuten acht große Chancen verjuxt. Krim ist spielerisch sicher besser als Aalborg, doch wenn wir so wie in Dänemark (36:30-Sieg Anm.) spielen, haben wir Chancen", sagte der Hypo-Trainer, der glaubt, dass seine Kollegin auf der Gegenseite gerne junge Spielerinnen einsetzt. "Das könnte ein kleiner Vorteil für uns sein." Ob die Südstädterinnen nach der Auslosung (Dienstag 10.00 Uhr vor Männer-EM-Auftakt in Linz) im Februar in der Champions League oder im Cupsieger-Bewerb (zuletzt 2003/04 erst im Finale gescheitert) dabei sein werden, fällt das finanziell nicht mehr so ins Gewicht. "Als Vierter aus dem Europacup auszuscheiden, wäre hingegen eine absolute Tragödie gewesen. Da wir sicher weiterspielen, ist es zu verkraften", sagte Karin Prokop.
Dass Petra Blazek, Daniela Piedade, Seong-Ok Oh und Co. heuer das Projekt "Go for nine" realisieren können, davon ist die Ex-Hypo-Spielerin nicht so ganz überzeugt. "Dazu könnte unser Kader zu klein sein", meinte sie und führte noch einen zweiten Grund ins Treffen: "Neue Spielerinnen spielen am Anfang im Sommer immer stark, fallen aber dann etwas in ein Loch. Das war bei uns schon immer so." Ab Februar steht mit Gabriela Rotis-Nagy nach ihren Schulter-OP's eine Heimkehrerin zur Verfügung.













