ÖHB-Frauen unterlagen Frankreich deutlich 20:35
Österreichs verjüngte, bisher so wacker kämpfende Handball-Auswahl sind im siebenten Spiel zur 19. Frauen-WM in China Kraft und Konzentration ausgegangen.

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Österreichs verjüngte, bisher so wacker kämpfende Handball-Auswahl sind im siebenten Spiel zur 19. Frauen-WM in China Kraft und Konzentration ausgegangen. Die Truppe von ÖHB-Teamchef Herbert Müller musste sich am Dienstag in Yangzhou Frankreich, dem Weltmeister von 2003, deutlich 20:35 (12:19) geschlagen geben, spielt aber am Donnerstag in Suzhou (09.00 Uhr MEZ) als Fünfter des Pools I gegen Ungarn um den neunten Endrang. Die Französinnen stiegen ins Halbfinale auf.
Gelingt zum Ausklang der vierte Sieg im achten WM-Spiel, würde Rot-Weiß-Rot so gut wie schon lange nicht abschneiden. Den neunten Platz in einem großen Turnier hat es zuletzt 2002 bei der EM-Endrunde in Dänemark gegeben. Engel und Co., die Österreich zur 19. Teilnahme an einem EM- (bisher acht) oder WM-Turnier (elf) in Folge verholfen hatten, haben erstmals seit 2006 (EM in Schweden) die Hauptrunde der besten Zwölf erreicht.
Nützen Chancen eiskalt
Gegen die aggressiveren Französinnen standen die Österreicherinnen, deren fünfter Platz in der Gruppe I schon vorher durch den im Finish fixierten deutschen Sieg (25:21) gegen Angola festgestanden war, am Donnerstag in Yangzhou auf verlorenem Posten. Der Gegner war einfach in allen Belangen dominant, besser und nützte gegen die statisch wirkende ÖHB-Deckung fast jede Chance eiskalt aus. Engel und Co. gelang es nur in der Anfangsphase mitzuhalten, als es nach zwei Minuten 3:1 für sie stand.
Und nach dem Ausgleich musste Müller Stephanie Subke-Ofenböck wegen einer Knieblessur auch noch schonen. "Sie schleppt das schon zwei Spiele mit, aber ich wollte, dass die Jungen mit ihr zu Beginn Sicherheit finden. Nach ihrem Ausscheiden war mein junges Team überfordert, fehlte eine Führungsspielerin, war dann alles zu sehr auf Simona Spiridon und Katrin Engel zugeschnitten", sagte Müller zur APA - Austria Presse Agentur. Der Sieg der bärenstarken Französinnen wäre aber verdient gewesen und nie infrage gestanden.
Nach dem Ausgeich zum 3:3 (6.) übernahm Frankreich immer mehr das Kommando und die Führung (8.), die es bis zur Schlusssirene kontinuierlich, sogar bis auf plus 16 Tore, ausbaute. "Wir müssen die Partie trotzdem positiv sehen, wir haben gefightet und wieder viel gelernt. Klar machte sich der Kräfteverschleiß bei Spitzenteams nicht so bemerkbar wie bei uns, weil wir eine lange Turnierphase noch nicht so gewohnt sind", meinte der Mathematik-Dozent mit rumänischen Wurzeln.
Genugtuung
Ob Subke gegen die Ungarinnen um Platz neun einsatzbereit ist, wird der Teamarzt mitentscheiden. "Die Ungarinnen sind haushoher Favorit, alles andere als ein Erfolg von ihnen wäre eine Überraschung", sagte der 47-Jährige. Unter den ersten WM-Zehn zu landen, sei schon sensationell für Österreich. Er hörte mit Genugtuung in China von vielen Seiten, dass seine jungen Schützlinge zu den Positiva des Turniers gezählt hätten. Zum WM-Kehraus müssen Engel und Co. vier Stunden im Bus nach Suzhou fahren.
Trotz der deutlichen Niederlage gegen die Tricolores hatte das ÖHB-Lager Grund zur Freude. Als die Kräfte nach der Pause immer mehr schwanden, setzte Müller alle Kaderspielerinnen ein. So durfte sich die erst 16-jährige Sonja Frey in die Schützenliste eintragen. Beste Werferin war einmal mehr Engel, die elfmal ins Schwarze traf (davon alle vier Siebener), nun bei 60 WM-Toren hält und dazu die magische Grenze von 500 Team-Treffern (504) durchbrach. Torhüterin Natscha Schilk kam zu ihrem 50. Länderspiel-Einsatz.













