Gesperrter Prokop über "Erfolg" seiner Berufung zufrieden
Österreichs Frauen-Handball-Serienmeister Hypo Niederösterreich und dessen Macher Gunnar Prokop haben nach dem Aufstieg in die zweite Gruppenphase der Champions League auch am grünen Tisch einen großen Erfolg gefeiert.

Foto © GEPAGunnar Prokop
"Das ist ein eindeutiger Beweis, dass es ein 'Fall Prokop' und ein persönliches Verfolgen war", kommentierte Prokop am Dienstag im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Das dreiköpfige, unabhängige Protestkomitee des Europa-Verbandes (EHF) hatte am Montagabend die in erster Instanz ausgesprochenen Sperren und Geldstrafen drastisch reduziert bzw. ganz zurückgenommen. Für den 69-Jährigen ist damit die Sache, was den Verein betrifft, erledigt. Die gegen den achtfachen Gewinner der Champions League durch das EHF-Schiedsgericht Anfang November verhängte Geldbuße von 30.000 Euro wurde komplett gestrichen.
Auszeit
Ob auch die Akte Prokop geschlossen wird, ist jedoch noch offen. "Ich werde mich noch in Ruhe mit meinem Anwalt beraten", verriet der Handball-Zampano, der sich dieser Tage beim Skifahren in Schladming erholt. "Ich brauche diese Auszeit", meinte er, für den die Devise "Go for nine" (neunter Meistercup- bzw. CL-Titel) auch nach der am Dienstag in Linz erfolgten Auslosung der zweiten Gruppenphase gilt. Das Protestkomitee kürzte die Geldstrafe gegen Prokop von 45.000 auf 10.000 Euro, die Sperre von drei Jahre auf zwölf Monate und hob dazu die lebenslange Suspendierung des Funktionärs für alle EHF-Ämter auf. Nur der gegen Metz HB gewonnene Punkt (27:27) blieb abgezogen, was nach dem Heimsieg im letzten Gruppen-Spiel am vergangenen Freitag gegen Krim Laibach mit dem 28:26 gegen Krim ohne sportliche Auswirkung blieb.
Die EHF-Spitze kommentierte die Herabsetzung der Strafen durch das Protestkomitee nicht. "Es war kein Fall EHF gegen Prokop, sondern ein externes Gremien hat entschieden. Daher können wir dazu auch keine Stellungnahme abgeben. Wir hätten das auch nicht getan, wäre es bei den Strafen geblieben", sagte EHF-Generalsekräter Michael Wiederer am Dienstag nach der Auslosung der Frauen-Champions-League in Linz. Der Österreicher wies darauf hin, dass der Europa-Verband seit einem Jahr ein neues Rechtssystem hat, das ein völlig externes Berufungsgremium vorsieht. Zwei der drei Leute, die entschieden haben, kenne er nicht einmal persönlich. Es seien Schiedsrichter aus der juristischen Welt, die aus einem Pool ausgewählt würden. "Für uns war der Vorgang auf unserer Ebene abgeschlossen", so Wiederer zur APA.
Der Ex-Trainer und sein Verein waren in erster Instanz am 4. November von den EHF-Richtern zu drakonisch Strafen verdonnert worden, da Prokop im Finish der Heimpartie gegen Metz Ende Oktober ein psychisches Blackout hatte. Der Routinier war sieben Sekunden vor dem Spielende auf das Parkett gelaufen und hatte die serbische Metz-Legionärin Svetlana Ognjenovic auf dem Weg zum Hypo-Tor" mit einer Körperattacke gestoppt. Der Übeltäter hat sich inzwischen bei der Spielerin und den Lothringerinnen entschuldigt.













