Chinas Ex-Sportminister warf IOC-Chef Rogge Peking-Deal vor
Chinas ehemaliger Sportminister Yuan Weimin hat Jacques Rogge in einem Buch vorgeworfen, Stimmen für seine Wahl zum IOC-Präsidenten durch Lobby-Arbeit für Pekings Olympia-Bewerbung gewonnen zu haben.

Foto © APJacques Rogge
Die englische Zeitung "Sunday Times" enthüllte Auszüge aus dem Buch "Yuan Weimin and the winds and clouds of the world of sports", nach denen Jacques Rogge 2001 einen geheimen Deal mit dem Politbüro abgeschlossen haben soll. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wies Weimins Vorwürfe entschieden zurück. Der Belgier habe sich verpflichtet, so Weimin, als Lobbyist für Peking aufzutreten, Stimmen europäischer IOC-Mitglieder zu besorgen und als Gegenleistung dafür von den Chinesen bei der Wahl zum IOC-Präsidenten unterstützt zu werden. "Wir hatten zwar keinen schriftlichen Vertrag mit Rogge, aber ein privates Einverständnis", wird Weimin in dem Buch zitiert.
"Jacques Rogge wurde mit großer Mehrheit zum IOC-Präsidenten gewählt", teilte das IOC am Montag mit, "als Kandidat hat er seine Kampagne auf einem starken Programm aufgebaut, das von vielen IOC- Mitgliedern begrüßt wurde. Alle Andeutungen, dass es Deals gegeben habe, sind absolut falsch." Am 13. Juli 2001 wurden die Spiele 2008 von der 112. IOC-Vollversammlung an Peking vergeben. Drei Tage später wurde Rogge zum IOC-Präsidenten gewählt. Der dreimalige Olympia-Teilnehmer im Segeln hatte sich im zweiten Wahlgang deutlich mit der absoluten Mehrheit von 59 Stimmen gegen den Südkoreaner Kim Un-yong Kim (23), den Kanadier Richard Pound (22) und den Ungarn Pal Schmitt (6) durchgesetzt.













