Genf lockt - Frühmanns Ziel heißt Weltcup-Finale
Thomas Frühmann kann es sich aussuchen, wo er sein Spitzenpferd The Sixth Sense sattelt. Doch in der kommenden Hallen-Saison lockt den 58-Jährigen neben der Freude am Reiten nochmals ein spezielles Ziel.

Foto © GEPAThomas Frühmann
Österreichs Nummer eins will zum Weltcup-Finale der Springreiter nach Genf - dorthin, wo mit seinem aktuellen Spitzenpferd The Sixth Sense im Dezember 2005 alles begann. Frühmann steigt allerdings erst bei der dritten Station in Lyon in den Weltcup ein, er beginnt seine Hallensaison beim Amadeus Horse Indoors ab Donnerstag in Salzburg.
Titelkämpfe
Frühmann weiß, was er an seinem Top-Pferd hat und lobt es über den grünen Klee. "Dieses Pferd fasziniert mich immer wieder aufs Neue, heuer hat es so viele gute Springen wie noch nie gewonnen", erklärte Frühmann. Zwar nicht bei Titelkämpfen, die er links liegen lässt, und im Weltcup, aber bei zahlreichen hochdotierten Turnieren. "In England oder Frankreich wäre dieses Pferd ein Superstar, bei uns ist die Wertschätzung leider nicht so da." Immerhin sei der 13-jährige Westfalen-Wallach seit fünf Jahren stets unter den Top Ten der Welt zu finden, war 2006 sogar die Nummer eins. "Und ich bin sicher, dass er auch heuer wieder in diesem Kreis sein wird, er ist ein Ausnahmepferd."
In Genf hatten Frühmann und The Sixth Sense vor knapp vier Jahren gemeinsam die erste Weltcup-Prüfung gewonnen. "Es wäre super, wenn wir uns für das Finale im April 2010 qualifizieren könnten", erklärte der in Oberösterreich lebende Wiener gegenüber der APA. Gelingt es, einen der 18 Startplätze für Europäer zu ergattern, dann zählen Frühmann und The Sixth Sense bei der inoffiziellen Hallen-WM auch zu den Favoriten. Für Frühmann wär's kein neues Gefühl: 1992 hatte er mit Genius im Weltcup-Finale in Mar del Plata (ARG) triumphiert.
Profitieren
Frühmann, in der Vergangenheit nicht immer einer Meinung mit Verbandsreferentin Gabriele Morbitzer, ist allerdings darauf angewiesen, für den Weltcup nominiert zu werden. Vom jeweils einzigen Startplatz Österreichs sollen aber auch jene profitieren, die Rot-weiß-rot bei EM und WM vertreten. Darum reitet Ex-Staatsmeister Stefan Eder bei den ersten zwei der insgesamt 13 Stationen, am Wochenende in Oslo und danach in Helsinki, auch Julia Kayser und Gerfried Puck erhalten ihre Chance. "Ich reite in Lyon, danach im Februar in Bordeaux und Vigo, darauf haben wir uns geeinigt", sagte Frühmann. Dann werde man weitersehen.
Beim stark besetzten Vier-Sterne-Turnier im Messezentrum Salzburg sind von Donnerstag bis Sonntag u.a. fünf Gewinner des Grand-Prix in der Wiener Stadthalle (Frühmann, Hugo Simon, Roelof Bril/NED, Beat Mändli/SUI, Franke Sloothaak/GER) und Ex-Doppel-Europameister Christian Ahlmann (GER) am Start. "Das ist ein gutes Turnier, das man fördern muss", sagt Frühmann, der selbst die Teilnehmer am Fest der Pferde in der Wiener Stadthalle verpflichtet. "Und wenn man die Besetzung ansieht, ist es nicht leicht, dort zu gewinnen."
Der Olympia-Zweite mit dem Team von 1992 hat im Gegensatz zu anderen Top-Reitern nur ein Spitzenpferd im Stall. Und er liefert eine plausible Erklärung: "Wenn man dieses Pferd hat, fällt es schwer, sich für ein anderes zu begeistern", sagt Frühmann über The Sixth Sense, der seiner Ex-Frau Serena Hamberg gehört. Er hoffe, dass sein Partner noch zwei, drei Jahre gesund bleibe und damit weitere gemeinsame Erfolge möglich seien. Und dann? Frühmann: "Das Schönste wäre, danach gemeinsam aufzuhören."













