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Zuletzt aktualisiert: 19.09.2009 um 15:16 UhrKommentare

Fall Semenya: Verband gab Test und Ärzte-Zweifel zu

Neue Entwicklung im Fall Caster Semenya: Wie nun bekannt wurde, sollen Mediziner empfohlen haben, die Athletin bei der Leichtathletik-WM nicht starten zu lassen.

Caster Semenya

Foto © APACaster Semenya

Südafrikas Leichtathletik-Verband (ASA) hat am Samstag erstmals bestätigt, bereits vor der WM einen Geschlechtstest bei der späteren 800-Meter-Weltmeisterin vorgenommen zu haben. Außerdem räumte ASA-Präsident Leonard Chuene auf einer Pressekonferenz in Pretoria ein, Empfehlungen seiner eigenen Mediziner ignoriert zu haben, die 18-Jährige in Berlin nicht starten zu lassen.

Chuene entschuldigte sich dafür, diesen Test bisher öffentlich dementiert zu haben. Das sei eine "Fehleinschätzung" gewesen. Damit und mit der Nominierung Semanyas für die WM habe er "ihre Privatsphäre schützen wollen".

Zweifel an der Weiblichkeit

Leonard Chuene schilderte den Ablauf vor der WM am Samstag wie folgt: Bereits am 7. August habe die ASA Semenya auf Bitten des Weltverbandes (IAAF) hin in Pretoria zu einem Geschlechtstest geschickt. Ein Ergebnis läge bis heute nicht vor. Chuene erklärte, dass ihm der südafrikanische Teamarzt Harold Adams nach der Ankunft in Berlin trotzdem geraten habe, sie von der WM zurückzuziehen. Adams hätte Angst vor dem gehabt, was nach dem 800-Meter-Finale tatsächlich aufkam: öffentliche Zweifel an der Weiblichkeit Semenyas. Nach Angaben von Chuene hätten sogar zwei IAAF-Mediziner den Südafrikanern empfohlen, eine Verletzung der 18-Jährigen vorzutäuschen, um sie nicht ins internationale Scheinwerferlicht geraten zu lassen.

Chuene erklärte jedoch am Samstag, "keine Basis" für einen WM-Rückzug Semenyas gesehen zu haben. "Ich konnte doch nicht aufgrund von Gerüchten handeln", sagte er. Er wollte ihr nicht die Chance nehmen, "der Welt ihr Talent zu zeigen". Hätte man Semenya nicht erlaubt, zu laufen, "hätten wir doch alle Außenstehenden darin bestätigt, dass dieses Mädchen nicht normal ist", sagte Chuene.

Trotz seines Eingeständnisses, sie schon vor dem WM getestet zu haben, griff der ASA-Präsident am Samstag erneut die IAAF an. Einen zweiten Test während der Weltmeisterschaften öffentlich zu machen, sei eine Diskriminierung Semenyas gewesen, sagte er. In dieser Sache müsse die IAAF "noch viele Fragen beantworten".

Der Weltverband hatte in Berlin noch vor Semenyas WM-Sieg am 19. August einen Geschlechtstest bei ihr angeordnet. Hintergründe waren die männliche Erscheinung der Südafrikanerin und ihre rapide Leistungsentwicklung. Die IAAF will die Ergebnisse des Tests nicht vor November öffentlich machen, doch verschiedene Medien berichteten bereits, dass Semenya ein Zwitter sei. Die ASA und Südafrikas Sportminister Makhenkesi Stofile hatten darauf zunächst sehr scharf reagiert und den Test am 7. August stets dementiert.


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