Österreich als Olympia-Land unten durch
Sportminister Norbert Darabos kommentierte am Sonntag die Affäre rund um das österreichische Olympische Komitee: Man könne "Olympia-Bewerbungen wahrscheinlich für längere Zeit vergessen".

Foto © Darabos befürchtet schweren Imageschaden durch ÖOC-Affäre
Darabos hofft, dass nach der Affäre um dubiose Berater-Honorare und ungeklärte Geldflüsse im Umfeld der Salzburger Olympia-Bewerbung nun ein "reinigender Prozess" in Gang kommt. Die Sportförderung will Darabos nach einem kritischen Rechnungshofbericht reformieren.
"Mir geht es als Sozialdemokrat schlecht, und mir geht es als Sportkonsument schlecht, denn es kann nicht so sein, dass Gelder hier möglicherweise versickert sind", sagte Darabos am Sonntag in der ORF-"Pressestunde". Was die 2,4 Mio. Euro an staatlichen Fördergeldern für die Salzburger Bewerbungsgesellschaft betrifft, geht Darabos allerdings davon aus, "dass dieses Geld auch widmungsgemäß verwendet worden ist". Er habe einen Revisionsbericht des Bundeskanzleramts angefordert - demnach sei "alles in Ordnung" gewesen.
Reformieren will Darabos nach einem kritischen Rechnungshofbericht die Sportförderung. Wie der "Kurier" (Sonntag-Ausgabe) berichtete, kritisiert der Rechnungshof in seinem noch vertraulichen Rohbericht, dass der Großteil der Förderungen - beim Bund 2007 immerhin 91,5 Millionen Euro - ohne nachvollziehbare Begründung der Förderhöhe vergeben wird. Ebenfalls kritisiert werden unterschiedliche Fördersysteme, unrealistische Zielformulierungen und fehlende Schwerpunktsetzungen im Spitzensport.
Darabos will nun ein Punktesystem einführen, das sowohl auf die Mitgliedszahlen der jeweiligen Sportverbände als auch auf die sportlichen Erfolge abzielt. "Verbände, die nicht so erfolgreich sind, müssen mit weniger Geld auskommen", kündigt Darabos an. Auch das System der Förderung über Dach- und Fachverbände mit insgesamt fünf Förderungsebenen will Darabos überdenken. "Der Sport ist das Objekt, das hier als förderungswürdig einzustufen ist, und nicht ein Verband oder Dachverband", erklärte der Minister.
Über die Zukunft des Klagenfurter EM-Stadions will Darabos kommende Woche mit den Verantwortlichen in Kärnten sprechen. Er ist gegen einen Rückbau des für die Fußball-Europameisterschaft 2008 erweiterten Stadions. "Ich bin gegen die Zerstörung von Infrastruktur", betonte der Minister. Welchen Kostenanteil der Bund zur Erhaltung des Stadions übernehmen wird, wollte er aber noch nicht sagen: "Das wird Gegenstand der Verhandlungen sein."













