Abschied von Golden League: Trio kämpft um Million
Zum Abschied von der Golden League können drei Athleten die Saison noch kräftig versilbern. Auch Usain Bolt denkt über Brüssel hinaus an seine Zukunft und sein Ziel, eine Legende zu werden.

Foto © APJelena Isinbajewa
Nach fünf Siegen kämpfen Langstreckenläufer Kenenisa Bekele (ETH), Stabhochspringerin Jelena Isinbajewa (RUS) und 400-m-Läuferin Sanya Richards (USA) beim letzten Finale dieser Leichtathletik-Serie am Freitagabend in Brüssel um den Jackpot von einer Million US-Dollar. Im nächsten Jahr wird das Premium-Produkt des Weltverbandes IAAF durch die Diamond League abgelöst, zu der 15 Meetings rund um den Globus gehören werden.
Leistenverletzung
Geplatzt ist in Brüssel das Duell der schnellsten Männer der Welt. Der US-Amerikaner Tyson Gay verzichtet aufgrund einer Leistenverletzung auf ein Rennen gegen den zweifachen Weltmeister Usain Bolt über 200 Meter, tritt stattdessen 50 Minuten zuvor nur über die 100 Meter an. Grund für die ausgefallene WM-Revanche im mit 50.000 Zuschauern ausverkauften König-Boudouin-Stadion ist nicht etwa fehlende Courage. Gay wird über 200 m beim Lauf durch die Kurve von seiner Verletzung besonders behindert.
"Ich freue mich auf Brüssel und vielleicht noch ein Rennen, dann steht die Operation an", sagte der Doppel-Weltmeister von 2007. Bei der WM war Gay als Zweiter in 9,71 Sekunden die drittbeste 100-m-Zeit der Geschichte gelaufen. Bolt hatte über 100 und 200 Meter mit 9,58 und 19,19 Sekunden zwei Fabel-Weltrekorde aufgestellt. "Ich würde gern gegen Usain laufen, aber ich würde eine ernsthafte Verletzung riskieren", erklärte Gay.
Reiz
Auch Usain Bolt denkt über Brüssel hinaus an seine Zukunft und sein Ziel, eine Legende zu werden. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London wird er wohl auf die Jagd nach vier Goldmedaillen gehen, die bisher nur Jesse Owens (1936) und Carl Lewis (1984) gewinnen konnten. "Ich weiß es nicht. Die Entscheidung überlasse ich meinem Trainer", sagte Bolt, den zusätzlich der Weitsprung reizen würde - aber nicht um jeden Preis. "Ich will nicht etwas Neues ausprobieren, und dann geht es schief", meinte der Super-Sprinter, für den auch die 400 Meter eine Option wären.
Jeder der drei ungeschlagenen Jackpot-Kandidaten hat bisher seine Disziplin dominiert: Doppel-Olympiasieger und -Weltmeister Bekele ist über die 5.000 Meter seit über drei Jahren ungeschlagen. Auch Richards, die in Berlin ihren ersten großen Titel gewann, ist seit zwölf Rennen über die Stadionrunde unbezwungen. Nicht so konstant ist in dieser Saison Isinbajewa, die bei der WM abgestürzt war, aber beim Golden-League-Meeting in Zürich mit ihrem 27. Stabhochsprung-Weltrekord über 5,06 Meter eine fulminante Rehabilitierung schaffte.
Die Äthiopierin Gelete Burka will den Weltrekord auf der selten gelaufenen 2.000-m-Strecke angreifen, den seit 1994 die Irin Sonia O'Sullivan (5:25,36 Minuten) hält. Den ältesten Weltrekord möchte die kenianische 4 x 1.500-Meter-Staffel knacken: 1977 hatte das deutsche Quartett Thomas Wessinghage, Harald Hudak, Michael Lederer und Karl Fleschen mit 14:38,8 Minuten den bis heute gültigen Maßstab gesetzt.











