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Zuletzt aktualisiert: 02.08.2009 um 18:01 UhrKommentare

Jukic hat Rogan als Nummer eins abgelöst

Zwiespältige OSV-Bilanz bei Langbahn-WM: Mirna Jukic überstrahlte in Rom alles. Mit ihrer Medaille hielt sie den Schnitt.

Foto © APA

Die Bilanz der Schwimm-Weltmeisterschaften in Rom fällt aus österreichischer Sicht zwiespältig aus. Die Bronze-Medaille von Mirna Jukic über 200 m Brust möbelt das Resümee auf, mit nun sechs OSV-Podestplätzen bei den vergangenen fünf Welttitelkämpfen war man wieder im Schnitt. Doch mannschaftlich gesehen ist die österreichische Equipe im Vergleich zu den vergangenen Jahren diesmal etwas eingebrochen.

Nur die Geschwister Jukic sorgten für insgesamt drei Top-Ten-Plätze, die inklusive Wasserspringen und Synchronschwimmen anderen 20 OSV-WM-Teilnehmer klassierten sich dahinter. Freilich ist die Dichte bei Weltmeisterschaften mindestens genauso groß wie bei Olympia und die Teilnehmerfelder sind entschieden größer als bei den Spielen. Doch waren die OSV-Athleten selbst meist mit höheren Ansprüchen angetreten.

Erfolgreichste österreichische Teilnehmerin

Uneingeschränkt ihre Vorhaben erfüllt hat Mirna Jukic. Zum zweiten Mal holte die 23-Jährige Langbahn-WM-Bronze, zum dritten Mal war sie auf der 50-m-Bahn über 100 m Brust im Finale. Die Olympia-Dritte war die erfolgreichste österreichische Teilnehmerin dieser Titelkämpfe, auch die Anzahl ihrer fünf nationalen Rekorde bzw. persönlichen Bestleistungen betreffend. Mirna Jukic hat Markus Rogan endgültig als Österreichs Nummer eins abgelöst.

Umso mehr muss man sich Sorgen machen, dass die Studentin am Jahresende vielleicht doch ihre Karriere beendet, auch wenn nicht viel dafür spricht. Wenn schon, würde das Land mit Bruder Dinko aktuell nur noch einen absoluten Weltklasse-Schwimmer haben. Der 20-Jährige setzte seine Entwicklung mit dem Einzug in sein erstes Langbahn-WM-Finale fort, als Sechster über 200 m Delfin hat er eine gute Basis für höhere Lorbeeren.

"Konsequenzen ziehen"

Der Europameister denkt nicht nur an seinen Fortschritt, sondern auch an das Team. "Aus mannschaftlicher Sicht war diese WM enttäuschend", erklärte Jukic. "Da muss sich jetzt der Verband mit den Leuten zusammensetzen und aus dieser WM die Konsequenzen ziehen. Es kann ja nicht sein, dass 75 Prozent der Leute über ihren Bestzeiten schwimmen." Ganz so schlimm ist es nicht, doch immerhin 8 von 18 OSV-Aktiven blieben über ihren Bestleistungen.

Als Lösungsansatz sieht Jukic vor Großereignissen ein gemeinsames Trainingslager aller Qualifizierten und deren Trainer, in dem gemeinsam am großen Ziel gearbeitet wird. Bei den meisten anderen Nationen ist das üblich, von den US-Amerikanern über die Australier, Briten und Deutschen bis zu den Japanern. Jukic: "Jede Mannschaft fährt irgendwohin. Wir sind nicht wirklich eine Einheit, müssen mehr zur Mannschaft werden."

Auf einer Linie

Laut dem Kurzbahn-WM-Dritten über 400 m Lagen seien seine Schwester und ihr Trainer-Vater Zeljko Jukic diesbezüglich mit ihm auf einer Linie. "Es würde zum Beispiel Bernhard Wolf sicher helfen, wenn er neben mir auf Delfin trainiert", sagte Dinko Jukic. Jördis Steinegger würde eine gemeinsame Sache auch gefallen: "Alle Sportler würden davon profitieren. Die Mädels würde es auch speziell antreiben, wenn sie mit den Burschen trainieren."

Ob dieses OSV-Camp schon vor den Langbahn-Europameisterschaften in einem Jahr in Budapest machbar sein würde, ist aufgrund der in den diversen Lagern schon laufenden Saisonplanungen fraglich. Aber eine Fehleranalyse muss es sowieso in den meisten Gruppen geben. Die fünfköpfige Linzer Truppe von Coach Helge Gödecke hat damit schon angefangen.


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